Der feine Unterschied

(djd). Selbst steile Anstiege lassen sich problemlos im Sattel meistern, auch lange Touren stellen keinen Schrecken mehr dar: Pedelecs mit ihrem eingebauten Rückenwind in Form eines zusätzlichen Elektromotors werden immer beliebter. Auch weniger Trainierte können damit sportliche Herausforderungen bestehen. Bereits mehr als eine Million der Fahrräder mit dem Extraschub sind auf den bundesdeutschen Straßen unterwegs, schätzt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin. Höhere Geschwindigkeiten bergen aber zugleich höhere Unfallrisiken, warnt GDV-Pressesprecher Stephan Schweda: „Ohne Schutzausrüstung, vor allem ohne Helm, sollte man nicht in den Sattel steigen.“ Auch in Sachen Versicherungsschutz seien die Räder kein „Selbstläufer“.

Bis zu 45 Stundenkilometer

Pedelec ist längst nicht gleich Pedelec: Wenn es um Versicherungsfragen und um die Haftung bei einem Unfall geht, ist die Motorkraft des Zweirads entscheidend. Unterteilt werden die Trendmodelle in kleinere Pedelecs mit einer Motorleistung von 250 Watt und einer Höchstgeschwindigkeit von 25 Stundenkilometern sowie die großen S-Pedelecs mit einer Motorleistung von bis zu 500 Watt. Mit diesen Elektrorädern erreicht man bis zu beachtliche 45 Kilometer pro Stunde. „Daher benötigt man für S-Pedelecs den Führerschein der Klasse M und einen Helm. Zudem dürfen diese Räder nur auf der Straße gefahren werden“, erläutert Stephan Schweda. Die kleinen Pedelecs hingegen könnten auch auf dem Radweg bewegt werden. „Eine explizite Helmpflicht besteht für sie nicht, dennoch sollte man der eigenen Sicherheit wegen nicht ohne Kopfschutz fahren“, so Schweda.

Nicht ohne Haftpflichtschutz

Kommt es tatsächlich einmal zu einem Zusammenprall, ist nicht nur die Gefahr von Verletzungen und Sachschäden groß – schnell können sich auch knifflige Fragen um die Haftung ergeben, wenn der Elektroradfahrer nicht vorgesorgt hat. „Die S-Pedelecs benötigen ohnehin ein Nummernschild und müssen wie ein Mofa mit einer Haftpflichtversicherung versichert werden. Das Versicherungskennzeichen erhält man direkt bei seinem Kraftfahrtversicherer“, erklärt Stephan Schweda. Anders sehe es bei den kleineren Modellen aus: „Wer sich ein kleines Pedelec kauft, sollte bei seiner privaten Haftpflichtversicherung nachfragen, ob Schäden, die durch das Pedelec verursacht werden, mitversichert sind, und wenn nötig den Versicherungsschutz erweitern. Wer zum Beispiel einen Fußgänger umfährt oder gegen ein parkendes Auto fährt, muss für den entstandenen Schaden aufkommen.“ Und das könne teuer werden, besonders wenn ein anderer Verkehrsteilnehmer verletzt werde. Unter http://www.gdv.de gibt es weitere Informationen für Pedelec-Fahrer, unter anderem in der kostenfreien Broschüre „Private Haftpflichtversicherung – für den Schaden geradestehen“.

Beliebtes Diebesgut

Der Kauf eines Elektrofahrrads schlägt schnell mit mehreren Tausend Euro zu Buche. Entsprechend beliebt sind die Pedelecs als Diebesgut. Auch vor diesem Risiko kann man sich schützen: Die größeren S-Pedelecs lassen sich mit einer Kaskoversicherung gegen Diebstahl versichern. Außerdem können damit Schäden, die beispielsweise durch Brand, Explosion oder Hagel entstehen, abgesichert werden. Anders wiederum die Regelung für die kleineren Modelle. „Sie lassen sich, wie Fahrräder auch, über die Hausratversicherung gegen Diebstahl versichern“, erklärt Stephan Schweda. Nachts sollte das Pedelec in einem fest verschließbaren Raum abgestellt sein – dann bestehe in der Zeit von 22 bis 6 Uhr Versicherungsschutz. Das Pedelec sei nachts außerdem dann versichert, wenn es in Gebrauch sei.

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