Der DKVF 2018 diskutiert personenzentrierte Gesundheitsversorgung

Unter dem Motto „Personenzentriert forschen, gestalten und versorgen“ diskutieren Experten vom 10. bis 12. Oktober 2018 die verschiedenen Aspekte einer patientenorientierten Versorgung: Wie lässt sich die Kommunikation zwischen Arzt und Patient verbessern, welche Maßnahmen tragen dazu bei, die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung zu stärken, welche Chancen und Herausforderungen bietet die direkte Beteiligung von Betroffenen in der Forschung?
„In Befragungen berichten Patienten meist über ein vertrauensvolles Verhältnis zu ihrem Arzt. Dennoch verstehen sie im Arztgespräch oft nur einen Teil der übermittelten Informationen, es bleibt wenig Zeit für ihre persönlichen Fragen, und bei den anstehenden diagnostischen und therapeutischen Entscheidungen kommt eine gemeinsam verantwortete Übereinkunft oft zu kurz“, erklärt Prof. Dr. Martin Härter vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Kongresspräsident des DKVF 2018. Patientenorientierung bedeute, dass sich die Ziele, Strukturen und Prozesse unserer Gesundheitsversorgung an den Interessen, Bedürfnissen und Wünschen der individuellen Patienten und Betroffenen ausrichten. „Auf dem Kongress wollen wir diskutieren, was aus der Sicht der Versorgungsforschung nötig ist, um eine personenzentrierte Versorgung zum Qualitätsmerkmal in unserem Gesundheitssystem zu machen“, so Härter. Dabei könne man durchaus von guten Beispielen aus dem internationalen Ausland lernen. Zu den Highlights des Kongresses zählen unter anderem die Keynote Lectures zweier amerikanischer Experten: Prof. Dr. Tom Delbanco von der Harvard Medical School in Boston hat das Open-Notes-Projekt mitbegründet, in dem Patienten ihre medizinischen Befunde lesen und kommentieren können; dort, wo es zum Einsatz kommt, zeigt sich eine neue Qualität in der Arzt-Patienten-Kommunikation. Prof. Dr. Glyn Elwyn vom Dartmouth College in Hanover, New Hampshire, ist Pionier in der Entwicklung und Implementierung von Entscheidungshilfen und Shared Decision Making in der Gesundheitsversorgung.
Die Länderpatenschaft für den Kongress übernimmt dieses Mal die Freie und Hansestadt Hamburg. Die Metropole engagiert sich stark für die Digitalisierung in der Medizin, die Stärkung innovativer e-Health-Lösungen und für evidenzbasierte Versorgungsmodelle. „Im Rahmen des Innovationsfonds laufen in Hamburg verschiedene Projekte, zum Beispiel, um zu testen, wie die gesundheitliche Versorgung in sozial benachteiligten Stadtteilen durch eine zentrale Anlaufstelle verbessert werden kann und vorhandene Ressourcen somit besser genutzt werden können. In einem anderen Projekt steht hingegen eine bessere sektorenübergreifende Zusammenarbeit zwischen Hausärzten, Krankenhäusern, Arbeitgebern und Angehörigenverbänden bei der Unterstützung psychisch erkrankter Menschen im Fokus. Ich freue mich sehr, dass diese Projekte auf dem Kongress vorgestellt werden“, erklärt Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks.
„Das universitäre Center for Health Care Research (CHCR) sowie das Hamburg Center for Health Economics (HCHE) und das BMBF-geförderte Hamburger Netzwerk für Versorgungsforschung (HAM-Net) sind überaus aktive versorgungswissenschaftliche Verbünde, in denen alle relevanten Akteure der Region kooperieren“, ergänzt Kongresspräsident Härter: „Auf diese Weise entstanden eindrucksvolle Best-Practice-Modelle und Ansätze für kooperative Versorgungsforschung, die beim Kongress diskutiert werden.“

Kontakt:
Deutsches Netzwerk Versorgungsforschung
c/o IMVR, Eupener Str. 129, 50933 Köln
Ansprechpartnerin: Frau Katrin Mugele
Tel: +49 (0)162 2077559
E-Mail: dkvf-presse@dnvf.de

Interessierte Pressevertreter/innen können sich auf der Homepage des DNVF für den Presseverteiler registrieren.

Scroll to Top