Der Billigste ist oft der Teuerste

(djd). Mit dem 13. Juni 2014 sollte alles besser werden: An diesem Tag ist die neue EU-Verbraucherrichtlinie in Kraft getreten, die für mehr Preistransparenz bei der Buchung von Flügen im Internet sorgen soll. Aufschläge auf den Reisepreis, die erst während des Bezahlvorgangs sichtbar werden, sind demnach nicht mehr zulässig. Doch längst nicht alle Onlineportale befolgen diese Regelung bereits. Zu diesem Ergebnis kommt ein Test der Zeitschrift „Reise & Preise“, der in der Ausgabe 3/2014 (August bis Oktober 2014) erschienen ist. Erhältlich ist das neue Magazin für 5,50 Euro im Zeitschriftenhandel, mehr Informationen gibt es auch unter http://www.reise-preise.de.

Aufschläge von bis zu 30 Prozent

Das Testfazit fällt ernüchternd aus: Sechs von insgesamt 14 getesteten Flugportale kamen bei der Bewertung der Fachzeitschrift nicht über ein „mangelhaft“ hinaus, zwei Portale schnitten mit „ausreichend“ ab, eins kam auf die Endnote „befriedigend“. Nur ein Anbieter im Feld erreichte die Note „sehr gut“, vier Portale schnitten „gut“ ab. Im Test verteuerten sich auf innereuropäischen Flügen die Flugpreise durch Zusatzgebühren um bis zu bemerkenswerte 30 Prozent, auf der Fernstrecke um bis zu zehn Prozent. Ein Flug nach Sydney, zunächst mit 1.286 Euro angegeben, sollte so am Ende 1.418 Euro kosten. Der Anteil der Kreditkartengebühr betrug allein 116 Euro, zusätzlich wurde eine Servicegebühr von 16 Euro erhoben. „Dies ist ein Extrembeispiel dafür, wie die Preise während der Buchung in die Höhe getrieben werden“, resümiert Oliver Kühn, Chefredakteur der Zeitschrift.

Gebühren für das Bezahlen

Die Reiseprofis haben bei ihrem Test zudem eine erstaunliche Entwicklung festgestellt: Die EU-Verordnung gibt vor, dass mindestens ein Zahlungsmittel gebührenfrei angeboten werden muss. Das habe dazu geführt, dass viele Anbieter Kredit-, Debit- und Prepaid-Karten ohne Aufpreis anbieten, die hierzulande kaum verbreitet seien, so der Test. Bei Zahlung mit herkömmlichen Kreditkarten wie Visa oder Mastercard indes werden vielfach überhöhte Gebühren verlangt. Neben Kreditkartengebühren stellen Unternehmen zusätzlich eine Servicegebühr in Rechnung. Der EU-Verbraucherrichtlinie entsprechend darf ein Online-Händler seinen Kunden nur noch Bezahlgebühren in Rechnung stellen, die dem Unternehmen auch tatsächlich entstehen. Verbrauchern rät Oliver Kühn, aus der Buchung auszusteigen, wenn die Bezahlgebühren in keinem Verhältnis zum Flugpreis stehen.

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