„Der Beruf ist für uns Bestärkung“ | Sonja Neumann und Richard Münst unterstützen die Klinikseelsorge am UKU

„Als Klinikseelsorgerinnen und -seelsorger betreuen wir hauptsächlich onkologische Patientinnen und Patienten und deren Angehörige. Hier kommen wir häufig mit dem Thema Tod und Vergänglichkeit in Berührung. Gerade in diesem Zusammenhang sind wir immer wieder beeindruckt von der Offenheit, dem Mut und der Lebenskraft, die unsere Gesprächspartner ausstrahlen. Auch die Unterstützung, die viele von ihren Familien bekommen, ist bemerkenswert“, erklärt Pastoralreferentin Sonja Neumann und ihr Kollege Richard Münst ergänzt: „Unser Beruf ist für uns keine Belastung, sondern Bestärkung.“ Im Gegensatz zu seiner Kollegin ist Richard Münst kein Neuling in der Ulmer Uniklinik. Denn der ehemalige Theologe hat vor seinem Wechsel an den Oberen Eselsberg bereits fünf Jahre lang die Patient*innen der Kliniken am Standort Michelsberg seelsorgerisch betreut. „Am Michelsberg war alles ein bisschen kleiner, da musste ich mich im Zentrum für Chirurgie an ganz andere Maßstäbe gewöhnen“, sagt der 50-Jährige, der heute für die Stationen E4, E5 und die Intensivstation G1 zuständig ist.
Sonja Neumann war vor ihrem Start am Universitätsklinikum Ulm 17 Jahre in der Gemeindepastoral in Munderkingen, wo sie ebenfalls an Schulen tätig war, aber auch Beerdigungen hielt und Besuchsdienste betreute. Seit Ende letzten Jahres steht die 48-Jährige nun den Patient*innen des Zentrums für Chirurgie und der Klinik für Dermatologie und Allergologie zur Seite. „An meiner neuen Aufgabe gefallen mir besonders die persönlichen Gespräche und Begegnungen. Gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten oder deren Angehörigen Zeit für ein intensives Gespräch zu haben, gemeinsam zu beten oder zu singen, trägt viel zum Wohlbefinden des Patienten bei“, äußert Sonja Neumann. Im Mittelpunkt dieser Begegnungen steht oft die Frage nach dem Warum. „Menschen, die an einer schweren oder unheilbaren Krankheit leiden, fragen sich oft, warum es gerade sie getroffen hat und ob sie in ihrem Leben etwas falsch gemacht haben. Auf diese Fragen können wir keine allgemeinen Antworten geben aber wir helfen den Menschen dabei, ihr Schicksal aus einer anderen Perspektive zu sehen und so ihrem Leben einen neuen Sinn zu verleihen“, erklären die beiden Pastoralreferent*innen. Gerade für Patient*innen, die wenig Besuch bekommen oder keine Familie mehr haben, ist die Betreuung durch die Seelsorger*innen besonders wichtig. „Auf diese Menschen werden wir oft vom Klinikpersonal, mit dem wir sehr gut zusammenarbeiten, aufmerksam gemacht. Es kommt aber auch vor, dass die Patientinnen und Patienten von sich aus auf uns zukommen“, berichtet Richard Münst. Auch in Notfallsituationen, wie zum Beispiel nach schweren Unfällen, sind die Mitarbeiter*innen der katholischen und evangelischen Klinikseelsorge zu jeder Uhrzeit erreichbar.
Seelsorger*innen sind im Klinikalltag aber nicht nur für Patient*innen und Angehörige wichtige Ansprechpersonen. Auch die Beschäftigten des Universitätsklinikums Ulm, besonders im medizinischen und pflegerischen Bereich, können sich an sie wenden. „Wir hegen ein sehr vertrauensvolles Verhältnis zu den Pflegekräften und Ärztinnen und Ärzten, die in besonders belastenden Situationen ebenfalls immer zu uns kommen können.“
Am Dienstag, 17. März um 17:00 Uhr feiern Sonja Neumann und Richard Münst offiziell ihre Einführung in der Klinikkapelle am Oberen Eselsberg. Medienvertreter*innen sind hierzu herzlich eingeladen.

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