Depresyon ist nicht gleich Depression

Depresyon lautet das türkische Wort für Depression, das polnische bóle krzyża würde man auf Deutsch als Kreuzschmerz bezeichnen. Doch: Kann die bloße Übersetzung medizinischer Begriffe Krankheiten in einem anderen kulturellen Kontext hinreichend beschreiben? Ist dies ausreichend, damit Patienten mit Migrationshintergrund die Behandlungsangebote ihres Arztes annehmen? Dies untersucht KULTINFO, ein aktuelles Forschungsprojekt des Universitätsklinikums Freiburg in Kooperation mit der Stiftung Deutsche Depressionshilfe. KULTINFO – Kultursensitive Patienteninformationen für Patientinnen und Patienten mit Migrationshintergrund und einer chronischen Erkrankung – erhält dafür Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

An KULTINFO nehmen Patienten mit türkischem, polnischem, italienischem oder russischem Migrationshintergrund in vier Regionen Deutschlands teil, unter anderem in Leipzig. Für das Projekt erhalten sie von ihrem Hausarzt Informationsbroschüren und einen Fragebogen. Ein Teil der Patienten erhält standardübersetzte Informationen zur jeweiligen Erkrankung, der andere Teil wird mit kultursensitiven Materialien informiert. Dafür hat das Universitätsklinikum Freiburg Informationsbroschüren übersetzt und unter Berücksichtigung migrations-, sprach- und kulturspezifischer Aspekte weiterentwickelt. Die Studie untersucht, ob die kulturell adaptierten Informations-materialien von den Patienten als nützlicher erlebt werden, als die ohne kulturelle Anpassung übersetzten Broschüren. Zusätzlich werden die Hausärzte über Einsatz und Bedeutung von kultursensitiven Patienteninformationen befragt.

„Da wir heute wissen, dass Wissensvermittlung und Aufklärung über die eigene Erkrankung entscheidend zum Behandlungserfolg beitragen, gehen wir davon aus, dass kulturspezifische Patienteninformationen im Besonderen die gesundheitliche Versorgung von Migranten deutlich verbessern könnten“, sagt Dr. Lars Hölzel, Projektleiter. „Mit den ersten Ergebnissen rechnen wir Anfang 2014.“

Ihre Ansprechpartner:
Dr. Lars Hölzel
Leiter der AG Klinische Epidemiologie und Versorgungsforschung
Universitätsklinikum Freiburg
Tel.: +49 761 270 69 840
E-Mail: lars.hoelzel@uniklinik-freiburg.de

PD Dr. Christine Rummel-Kluge / Sophie Kalckreuth
Stiftung Deutsche Depressionshilfe
Tel.: +49 341 97 24 49 3
E-Mail: sophie.kalckreuth@medizin.uni-leipzig.de

Weitere Informationen für die Presse bei:
Susanne Janicke, PR-Referentin Stiftung Deutsche Depressionshilfe
Tel.: +49 341 97 24 51 2
E-Mail: presse@deutsche-depressionshilfe.de

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