Depression: Wie Körper und Geist sich gegenseitig beeinflussen / Studie untersucht 18-bis 65-Jährige

Psychologen der Universität Hildesheim gehen der Frage nach, wie sich Bewegungen auf die Psyche und umgekehrt auch Wohlbefinden und Stimmung auf den Körper auswirken. Für die Studie „Embodiment und Depression“ werden ab sofort Teilnehmer mit akuter Depression gesucht, die zwischen 18 bis 65 Jahre alt sind, ein normales Körpergewicht und keine Erkrankungen des Bewegungsapparates mitbringen. Die Teilnehmer sollten sich gegenwärtig nicht in teilstationärer oder stationärer Behandlung befinden und keine antidepressiven Medikamente einnehmen.

Die Forscher der Arbeitsgruppe „Klinische Psychologie“ untersuchen, wie Gefühle durch körperliche Empfindungen und Bewegungen sowie vice versa beeinflusst werden. Solche Zusammenhänge werden in der Psychologie als „Embodiment“ bezeichnet. Im von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) Forschungsprojekt untersucht das Team um Psychologieprofessor Johannes Michalak die Wechselwirkungen zwischen physiologischen und psychologischen, insbesondere emotionalen Prozessen bei depressiven und nicht depressiven Personen. Die Datenerhebung erfolgt noch bis September.

„Wir untersuchen den Zusammenhang von Stimmung und Motorik unter Alltagsbedingungen. Damit wollen wir einen Beitrag zur Aufklärung der Entstehung von Depression liefern und herausfinden, welche Faktoren die Erkrankung aufrechterhalten“, sagt Dr. Helen Niemeyer. So weiß man bisher aus der Grundlagenforschung, dass es komplexe Wechselwirkungen zwischen Körper und Seele gibt. Diese Kreisläufe gilt es nun ebenfalls für psychische Erkrankungen zu erfassen. Die Psychologin erklärt, wie die Untersuchung abläuft: Physiologische Parameter werden mit Hilfe eines Aufnahmegerätes gemessen, das der Studienteilnehmer am Körper trägt. Auch die Stimmung wird über den Tag hinweg mithilfe von kleinen tragbaren Computern erhoben. Die Teilnehmer der Studie erhalten die Geräte am Vorabend der Untersuchung, um an zwei Versuchstagen direkt nach dem Aufstehen am Morgen bis zum Zubettgehen die Geräte anzulegen. Über den Tagesablauf gehen sie dann ihren normalen Tätigkeiten nach, sie können während des Erhebungszeitraums alle gewohnten Aktivitäten ausführen. Nach sechs Monaten erfolgt ein telefonisches Interview, um depressive Symptome zu erfassen.

Kontakt für Studienteilnehmer:

Für die Studie werden am Standort Berlin Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit akuter Depression gesucht. Sie können sich telefonisch oder via E-Mail an die Forscher wenden. Die Psychotherapeutin Dr. Helen Niemeyer von der Universität Hildesheim informiert gerne persönlich ausführlicher über diese Untersuchung (Telefon 0176.6209.9791, Email embodimentstudie@web.de). Studienteilnehmer erhalten nach Durchführung der vollständigen Erhebung eine Vergütung von 50 Euro. Die Teilnahme an der Studie ist freiwillig und kann jederzeit ohne Angabe von Gründen durch den Teilnehmer beendet werden. Es sind keine Risiken, Beschwerden oder Begleiterscheinungen bei dieser Untersuchung zu erwarten. Der Umgang mit persönlichen Daten und Aufzeichnungen unterliegt strengsten Schutzbestimmungen.

Info: Klinische Psychologie in Hildesheim:

Prof. Dr. Johannes Michalak ist seit 2011 Professor für Klinische Psychologie an der Universität Hildesheim. Das AMEOS Klinikum und das Klinikum Hildesheim fördern die Stiftungsprofessur. Um die Einrichtungen des Gesundheitssystems in Hildesheim und die Universität zu vernetzen, wurde das „Zentrum für Gesundheit“ gegründet. Menschen und Unternehmen in der Region sollen so auf die Ursachen und Symptome von Krankheiten wie Depression aufmerksam gemacht werden – um besser vorbeugen zu können. Johannes Michalak befasst sich in der Forschung mit der Behandlung von Depressionen und dem Zusammenspiel von Körper und Psyche bei psychischen Störungen.

Medienkontakt:
Kontakt zu den Forschern über die Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100 und 0177.8605905, presse@uni-hildesheim.de)

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