Denkmuster durchbrechen

(djd). „Monikas Mutter hat fünf Töchter: Lala, Lele, Lili, Lolo und … – wie heißt die fünfte Tochter?“ Dies ist eine einfache Frage, aber ein schönes Beispiel dafür, wie der menschliche Verstand in eingefahrenen Bahnen zu denken pflegt. Ist die richtige Antwort natürlich „Lulu“? Nein, sie lautet „Monika“. Das Faszinierende an dem neuen Buch „Das wäre doch gedacht!“ des Coachs und Autors Jürgen Stock ist eben dieses spielerische Durchbrechen festgefahrener Denkmuster.

Vom Denkclub zum Denkbuch

Vor zehn Jahren gründete Jürgen Stock den ersten deutschen Denkclub – eine Art Labor, in dem der menschliche Verstand auf den Prüfstand kam. Dort wurden zahlreiche Versuche zur Wahrnehmung und zum Denken durchgeführt. Das ist auch in „Das wäre doch gedacht!“ so. Alle paar Seiten überrascht der Autor seine Leser mit einem kleinen Experiment in Form einer Denkaufgabe. Diese mentalen Zaubertricks sollen helfen, die eigenen Denkvorgänge zu beobachten und den „Muster bildenden Verstand in Aktion zu erleben“. In meist zwei Schritten führt Stock den Leser zur Lösung. Unter http://www.das-wäre-doch-gedacht.de gibt es weitere Tricks. Ein echtes Hilfsmittel ist das Buch für Menschen, die Lust haben auf Vielschichtigkeit und Kreativität, die den Raum ihrer Denk- und damit Handlungsmöglichkeiten erweitern möchten. Diese neue geistige Flexibilität kann zu einem Gefühl der erhöhten Selbstwirksamkeit führen. Hundertfach erprobte Tricks und Kniffe bescheren dem Leser ein Aha-Erlebnis nach dem anderen. So wird die Komplexität des Denkvorgangs spielerisch, fast beiläufig und hautnah erfahren.

Echte Wahlfreiheit gewinnen

Wenn der Mensch nur eine Handlungsmöglichkeit hat, dann unterscheidet er sich wenig von einem Automaten. Bei zwei Optionen steckt man unweigerlich in dem Dilemma „entweder, oder“. „Erst bei drei Optionen“, so Jürgen Stock in seinem Buch, „fängt die Freiheit der Wahl an.“ Die Modelle und Konzepte seines Werks basieren auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Funktionsweise des Gehirns. Ab diesem Punkt erst sei zudem die Chance gegeben, den Bauernfängern in Werbung und politisch-ideologischen Zirkeln zu entwischen. Sie nämlich nutzen viele der vom Autor illustrierten Tricks, um einen hinters Licht zu führen. Noch ein Nutzen des Buchs sei erwähnt: Denken in Mustern ist vergangenheitsorientiert, ja -gefesselt. Wer im viel beschworenen Hier und Jetzt ankommen möchte, der braucht Wege und Schliche durch die Hintertüren eines solchen Denkens. Der Effekt: Die Methoden des Undenkbaren Denkens ermöglichen es dem Leser, vielleicht zum ersten Mal, das Fahrzeug des eigenen Verstands frei und unabhängig zu steuern. Anwender der Methode berichten von mehr Freude am eigenen Denken und einer vorher nie gekannten Emanzipation in der eigenen Meinungsbildung.

„Das wäre doch gedacht! – Wie wir uns aus der Falle eingefahrener Denkmuster befreien“ von Jürgen Stock ist im Kösel-Verlag erschienen (240 Seiten, ISBN: 978-3466309108, im Buchhandel für 19,99 Euro).

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