Denervierung zur Behandlung bei Bandscheibenvorfällen

Bandscheibenvorfälle

Bandscheibenvorfälle gehören zu den häufigsten Problemen im Bereich der Wirbelsäule. Im westlichen Raum leiden neben älteren auch jüngere Menschen unter der Verschiebung der Gewebe zwischen den Wirbelkörpern. Die Folge sind enorme Schmerzen. Patienten versuchen diese jahrelang mit Medikamenten zu behandeln. Mit der Denervation, auch als Denervierung bezeichnet, schaffen Ärzte eine völlig neue Möglichkeit zur Behandlung. 

Die Bandscheiben zwischen den Wirbelkörpern unterstützen den Bewegungsapparat. Ihre Aufgabe ist es, die Wirbelkörper gegeneinander abzugrenzen. Sie fungieren dementsprechend als Stoßdämpfer. Funktionieren diese nicht richtig, kann das die Ursache für den Bandscheibenvorfall sein, doch Auslöser sind andere Probleme. Faktoren wie Übergewicht, körperliche Fehlhaltung und genetische Veranlagungen begünstigen es.

Betroffene haben enorme Schmerzen in den jeweiligen Bereichen. Ihre Bewegung ist deutlich eingeschränkt, ihre Lebensfreude minimiert sich zunehmend. Die Denervation liefert völlig neue Ansätze für Schmerzpatienten. Mit ihrer Hilfe könnten Betroffene schon bald in ihren gewohnten Alltag zurückkehren. 

Neuronale Strukturen als Grundlage und die Denervation

Im Körper befinden sich unzählige Zellen. Sie differenzieren und ordnen sich dann etwa den Nervenzellen zu. Diese aus Axon und Dendriten bestehenden Zellen stehen über Synapsen mit Nachbarzellen in Kontakt. Das neuronale Netzwerk überträgt Impulse und ist direkt an der Schmerzentwicklung beteiligt. Es bietet sich daher an, die Funktion der betroffenen Nervenfasern einzuschränken, um Schmerzen zu verhindern.

Diverse Medikamente unterdrücken die Funktion oder vermindern Schmerzen auf andere Art und Weise. Bei der Denervation veröden Mediziner die Nervenfasern derart, dass eine Weiterleitung des Schmerzes nicht mehr möglich ist. Betroffene können endlich aufatmen. Dieses Verfahren hat sich in der Vergangenheit als besonders effektiv erwiesen. 

Verschiedenen Berichten zufolge kamen Patienten mit Bandscheibenvorfällen nach dem Eingriff innerhalb kürzester Zeit komplett ohne Medikamente aus. Wenige waren weiterhin auf die Zufuhr von Schmerzmitteln angewiesen, verringerten jedoch die Dosis. Ein äußerst geringer Teil bemerkte nach der Denervation keinerlei Veränderungen. 

Der Ablauf der Denervation

Für die Denervation ist ein minimalinvasiver Eingriff nötig. Betroffene begeben sich hierfür in eine Klinik. Unter Einsatz der Anästhesie erfolgt die Betäubung diverser Körperbereiche. Dabei liegt der Patient mit dem Bauch auf dem OP-Tisch. Im Anschluss daran schalten Mediziner Röntgengeräte hinzu. 

Jetzt gilt es, die betroffenen Nervenfasern zu lokalisieren. Dafür setzen Mediziner auf die Neurostimulation als sinnvolles Verfahren zur Reizung der gesuchten Nervenfaser. In der Folge bleibt die Erregungsweiterleitung aus. Für den Bereich der Schmerztherapie ist die Neurostimulation von unschätzbarem Wert. Angesichts dessen bildet sie die Eckpfeiler der Behandlung von Menschen mit einem oder mehreren Bandscheibenvorfällen. 

Nach der Stimulierung der Nervenfaser über eine Kanüle setzt der Prozess der Verödung ein. Dazu bringen Mediziner Laserglasfasern auf eine Temperatur von 80 Grad Celsius. Diese Temperatur reicht aus, um die Nerven letztlich zu veröden. Die Weiterleitung von Schmerzen bleibt aus. Bei diesem Verfahren erfolgt keine Durchtrennung des Nervengewebes. Somit bleiben die Grundstruktur und ihre Funktion weiterhin erhalten. 

Dauer des Klinikaufenthaltes bei einer Denervation und Nachbehandlung

Die Denervation geht mit geringen Risiken einher. Dennoch müssen sich Patienten mindestens eine Woche Zeit zur Regenerierung nehmen. Nach dem Eingriff befinden sich die Patienten für eine oder zwei Stunden im Aufwachraum. Von diesem aus erfolgt die kontinuierliche Überprüfung der Herz- und Lungenfunktion. Nach spätestens zwei Stunden gelangen die Patienten auf die Station. 

Ab diesem Zeitpunkt gilt es, ruhig zu liegen. Langeweile kommt jedoch nicht auf, denn die Betroffenen erhalten regelmäßig Schmerztherapie. Weiterhin beschäftigen sich viele mit E-Health und anderen Möglichkeiten, um ihr Leben nach dem Eingriff in eine neue Richtung zu lenken. Viele betrachten die Denervation als Wendepunkt, um achtsamer zu sein und sich mehr mit dem eigenen Körper zu befassen. 

Nach wenigen Tagen bis zu zwei Wochen tritt eine merklich spürbare Linderung der früheren Schmerzen ein. Ab jetzt ist ein stetiges Aufbautraining essenziell. Dieses beginnt mit der regelmäßigen Physiotherapie. Durch die ausbleibenden Schmerzen und die Mobilisierung funktioniert die Durchblutung besser. In der Folge sind neue Bewegungen möglich. 

Dauer des Heilungsprozesses

Viele Menschen fühlen sich nach dem Eingriff beflügelt. Sie haben bereits kurze Zeit später keine Schmerzen mehr. In der Folge neigen sie dazu, sich gleich zu Beginn zu übernehmen. Sie möchten viele Dinge nachholen. Das ist verständlich, allerdings gilt es, nach einer Denervation vorsichtig zu sein. Nur so sind die Heilungserfolge auf lange Sicht bleibend.

Damit sich der Körper regenerieren kann, benötigt er Zeit und ein langsam steigendes Training. Patienten beanspruchen bestimmte Muskelgruppen daher lieber erst später. Mediziner untersagen das Heben oder Tragen schwerer Gegenstände unmittelbar nach der Operation bis zu zwei Wochen nach dem Eingriff. Nach maximal drei Wochen ist die Autofahrt möglich. Nach weiteren drei bis vier Wochen ist Sport denkbar. 

Patienten müssen sich nach dem Eingriff unbedingt für vier Wochen krankschreiben lassen. Nur so kann der Körper die richtige Heilung erfahren. Zudem brauchen sie Unterstützung beim Verrichten täglicher Arbeiten. Der Einkauf sollte unter keinen Umständen von den Patienten vorgenommen werden. Ansonsten bleibt der Erfolg womöglich aus und das Problem intensiviert sich. 

Nachteile der Denervation

Der Körper befindet sich täglich im Wandel. Etwa nach sieben Jahren hat sich der komplette Zellbestandteil im Körper des Menschen erneuert. Viele Zellen sind gestorben, andere haben sich neu entwickelt. Die Differenzierung der jeweiligen Zellen in Muskelzellen, Nervenzellen, Fettzellen und anderen Zellen steht zu keiner Zeit still. Dieser Vorteil bringt auch einen Nachteil mit sich. 

Blutzellen leben etwa 120 Tage, während dieser Zeit bilden sich neue Zellen aus. Mittlerweile steht fest, dass auch die Erneuerung der Gehirnzellen bis ins hohe Alter hinein stattfindet. Die Neuronen regenerieren sich zwar weitaus langsamer. Allerdings erholen sie sich dennoch oder erneuern sich. Das gilt auch für die verödeten Nervenfasern im Bereich der Wirbelsäule. Der minimalinvasive Eingriff der Denervation hält demzufolge nicht ewig. 

Die Schmerzen lassen sich aktuell für bis zu zwei Jahre ausschalten. Im Anschluss daran könnte ein weiterer Eingriff dieser Art notwendig sein. Eine Möglichkeit der Verbesserung der Strukturen ist es, die Lebensweise den neuen Gegebenheiten anzupassen. Eine bessere Ernährung, regelmäßiger Sport und Lebensfreude im Alltag tragen enorm zum inneren Wohlbefinden bei. Das wirkt sich auch auf die Nerven aus. 

Trotzdem könnte eine Denervierung erneut notwendig sein. In diesem Fall stellt dies für den Körper keine Herausforderung dar. Der Eingriff lässt sich beliebig oft wiederholen. Gleichsam ist das Risiko während der Eingriffe gering. 

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