Den Vorruhestand im Blick

(djd). Seit dem vergangenen Jahr wird das Renteneintrittsalter in Deutschland schrittweise angehoben. Für diejenigen, die 1964 oder später geboren sind, bedeutet das: Arbeiten bis zum 67. Lebensjahr. Für neun von zehn Arbeitnehmern ist dies allerdings fast schon eine Horrorvorstellung. Das ergab eine Umfrage des Karriereportals monster.de. Demnach würden 89 Prozent gerne in Rente gehen, bevor sie 67 sind – im Gegensatz dazu planen lediglich zwei Prozent, sogar länger als bis 67 arbeiten zu wollen. Wer derzeit oder künftig sogar schon mit 60 Jahren oder noch früher in den Ruhestand gehen will, muss die Zeit bis zum Regelrenteneintritt – also dem 65. Lebensjahr oder später – finanziell gut überbrücken.

Dabei müssen verschiedene Aspekte beachtet werden, unter denen der Renteneintritt überhaupt vor dem eigentlichen Rentenalter möglich ist. Außerdem sollte man gut ausrechnen, ob man angesichts der monatlich berechneten Abschläge noch mit seinen Kosten gut über die Runden kommt. Da das Altersteilzeitgesetz abgeschafft wurde, sollte man sich mit den verschiedenen Systemen und Möglichkeiten auseinandersetzen, wenn man vor dem Erreichen des regulären Renteneintrittsalters in Vorruhestand gehen will.

Unklarheiten bei Zeitwertkonten

Eine Option ist beispielsweise das Zeitwertkonto. Dabei handelt es sich um ein Arbeitszeitkonto, in das der Mitarbeiter Arbeitsentgelt – beispielsweise Entgelt aus Überstunden – einbringen kann, um damit eine bezahlte Freistellung von der Arbeit finanziell abzufedern oder vorzeitig in den Ruhestand wechseln zu können. „Leider sind die Umfeldfaktoren bei Zeitwertkonten nicht klar fixiert“, erklärt Michael Reizel, Chef der auf Beratung und Kommunikation im Themenumfeld Vergütung und Versorgung spezialisierten BVUK-Gruppe: „Für Arbeitgeber und Arbeitnehmer bestehen einige wesentliche Unklarheiten und Unschärfen in der Umsetzung der entsprechenden gesetzlichen Regelungen, sodass man hier – trotz der an sich guten Idee des Zeitwertkontos – sehr vorsichtig sein muss.“

Betriebliche Altersvorsorge als alternative Lösung

Arbeitgeber, die ihren Arbeitnehmern die Chance auf eine Reduzierung der Arbeitszeit oder den Vorruhestand geben wollen und auf Sicherheit bedacht sind, sollten über die Lösung durch eine betriebliche Altersvorsorge (bAV) nachdenken. „Die bAV kann die rechtlich quasi bis ins Detail geregelte Alternative sein, um altersgerechte Arbeitszeiten zu realisieren. Beispielsweise entnimmt der Arbeitnehmer per Teilauszahlung etwas aus der bAV, um die Altersteilzeit oder den Vorruhestand zu finanzieren.“ Die BVUK-Gruppe entwickelt entsprechende maßgeschneiderte Systeme vor allem für mittelständische Unternehmen. Weitere Informationen gibt es unter http://www.bvuk.de im Internet.

Scroll to Top