Demografischen Wandel gestalten

Mit dem Ausscheiden aus dem aktiven Berufsleben beginnt für viele Menschen der oft zitierte „Unruhestand“: Seniorinnen und Senioren von heute sind aktiver und fitter als viele Altersgenossen früherer Generationen. Mit der steigenden Lebenserwartung und der daraus resultierenden veränderten Altersstruktur der Gesellschaft rücken die Interessen und Bedürfnisse der „Generation 65plus“ immer stärker in den Fokus. Der Bedarf an spezifisch auf diese Menschen zugeschnittenen Angeboten in Bereichen wie Wohnen, Freizeit, Sport oder Betreuung wächst.

Hier setzt das an der Friedrich-Schiller-Universität Jena entwickelte berufsbegleitende Zertifikatsstudium „Zukunftsmarkt 65plus“ an. Es richtet sich an Personen, die sich in der Beratung, Betreuung und Unterstützung von Seniorinnen und Senioren weiterbilden und ein neues Angebot für diese entwickeln bzw. ein bestehendes Angebot ausbauen wollen. Das Studium begleitet die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von der Ideenentwicklung bis hin zur Erstellung eines fertigen Projekt- bzw. Geschäftskonzepts und bietet Raum für Austausch und Reflexion. Ab Oktober 2018 wird es erstmals an der Universität erprobt und ist zunächst kostenfrei.

Bereits am 31. Mai sind Interessierte um 18 Uhr zu einer Informationsveranstaltung ins Institut für Erziehungswissenschaft der Uni Jena (Am Planetarium 4, Raum E001) eingeladen. An diesem Abend werden die wissenschaftlichen Leiterinnen Prof. Dr. Bärbel Kracke und Prof. Dr. Eva Schmitt-Rodermund das Studienprogramm vorstellen und Fragen dazu beantworten.

Innovative Gesundheits- und Bildungsangebote, bedarfsgerechte Wohnangebote oder technische Lösungen für alltägliche Probleme sind nur einige denkbare Beispiele, für die Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs befähigt werden. „Um Angebote zu schaffen, die den Bedürfnissen der älteren Generation entsprechen, muss man sich auch die richtigen Fragen stellen“, betont Prof. Dr. Bärbel Kracke, Lehrstuhlinhaberin für Pädagogische Psychologie der Uni Jena. „Wie ändern sich beispielsweise emotionale und motivationale Bedürfnisse im Alter? Oder was sagt die Forschung über das Wohnen im Alter?“. Das Zertifikatsstudium verbindet Wissen zum Thema Alter und Altern aus unterschiedlichen Disziplinen, wie der Soziologie, der Psychologie und der Sportwissenschaft mit Projektmanagement und unternehmerischen Kompetenzen. „Das macht das Studium für all jene interessant, die Projekte für die Generation 65plus voranbringen wollen, sei es im Rahmen einer selbstständigen oder einer bestehenden beruflichen Tätigkeit“, so Prof. Kracke. Für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber eröffne das Programm die Möglichkeit, die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Umsetzung von entsprechenden Projekten im Unternehmen fit zu machen.

„Wichtig ist uns auch eine flexible Gestaltung, die den Teilnehmenden eine Vereinbarung des Studiums mit ihren beruflichen und familiären Pflichten erlaubt“, sagt Prof. Dr. Eva Schmitt-Rodermund, Studiendezernentin an der Friedrich-Schiller-Universität. „Daher kombinieren wir Selbststudienphasen mit zweitägigen Präsenzwochenenden“. In der Zeit zwischen den insgesamt sieben Präsenzphasen können sich die Teilnehmenden mittels onlinegestützter Lernformate die Grundlagen angepasst an eigene Ziele und zeitliche Verpflichtungen aneignen, die im Rahmen der Präsenz vertieft und angewendet werden.

Die Entwicklung und Erprobung des Studienangebots erfolgt im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Bund-Länder-Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“. Langfristig soll das Zertifikatsstudium in das Weiterbildungsangebot der Universität Jena aufgenommen werden.

Weitere Informationen sind zu finden unter: . Fragen oder Bewerbungen können direkt per E-Mail gerichtet werden an: .

Kontakt:
Dr. Astrid Körner
Institut für Erziehungswissenschaft der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Am Planetarium 4, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 945359
E-Mail: zm65plus@uni-jena.de

Scroll to Top