Demenz mit bildgebenden Verfahren früh erkennen und behandeln

In der alternden Bevölkerung Deutschlands nehmen die Erkrankungszahlen von Alzheimer-Demenz stetig zu. Das Risiko für eine Demenzerkrankung steigt mit zunehmendem Alter: Betroffen sind in Deutschland etwa fünf Prozent der 65-Jährigen, aber schon 20 Prozent aller Menschen über 80 Jahren. Die häufigste Demenzform ist Morbus Alzheimer, an der rund 60 Prozent aller Dementen leiden. Je früher eine Demenzerkrankung erkannt wird, desto wirkungsvoller können Betroffene gegensteuern: Medikamente, aber auch Gedächtnistraining und körperliche Aktivität können den Krankheitsprozess verzögern.

„Die Rolle der Bildgebung bestand lange Zeit ausschließlich darin, bei dementen Patienten andere Erkrankungen im Gehirn, etwa Tumoren oder Abszesse, auszuschließen“, sagt Professor Dr. med. Horst Urbach, Leiter der Abteilung für Neuroradiologie am Universitätsklinikum Bonn. Dieser Ausschluss anderer Erkrankungen ist in der Alzheimerdiagnostik nach wie vor wichtig. „Moderne bildgebende Verfahren machen es heute aber außerdem möglich, frühzeitig Veränderungen im Gehirn festzustellen, die auf eine drohende Alzheimer-Demenz hinweisen“, so Urbach. Hierzu zählt unter anderem die temporomesiale Atrophie, ein Gewebeschwund im Gehirn im Bereich des mittleren Schläfenlappens. Sie gilt als ein wichtiger Indikator für Demenz. Neben strukturellen Veränderungen sind Eiweißablagerungen im Gehirn, sogenannte Amyloid-Plaques, ein weiterer Biomarker für die Erkrankung. Die Ablagerungen lassen sich heute mit Hilfe der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) nachweisen. „Diese Veränderungen im Gehirn gehen dem Ausbruch der Erkrankung um viele Jahre voraus“, erläutert Professor Urbach.

Doch nicht immer sind derartige Veränderungen Vorboten einer Alzheimer-Demenz. Der Abbau von Gewebe im Gehirn etwa, kann auch lediglich altersbedingt sein. Deshalb arbeiten Neuroradiologen an neuen Untersuchungsmethoden zur Diagnostik von Demenz. „Diese sollen zukünftig helfen, Patienten, denen tatsächlich eine Alzheimer-Demenz droht, von jenen mit altersbedingt koginitivem Abbau zu unterscheiden.“ Auch Verfahren, die den Gewebeabbau noch früher erkennbar machen, seien derzeit in der Entwicklung. Welche aktuellen und zukünftigen Verfahren die Frühdiagnose der Alzheimer-Demenz verbessern können, erläutert Professor Dr. med. Horst Urbach.

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