Dem demographischen Wandel begegnen: Weiterbildung zur Begleitung älterer Menschen

„Neben den aktiven, oft auch freiwillig engagierten Älteren steigt auch die Zahl derjenigen, die im höheren Alter sorge- und pflegebedürftig werden“, sagt Prof. Dr. Julia Steinfort-Diedenhofen, Professorin für Geragogik an der Abteilung Köln der KatHO NRW. Beide Seiten dieser Lebensphase stellten Lernaufgaben dar, für die es bislang keine ausreichenden Strukturen gebe. „Wir brauchen ältere Menschen, die ihr Leben bewusst in die Hand nehmen und die auch jüngeren Generationen zeigen, dass gesellschaftliche und persönliche Herausforderungen als Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten genutzt werden können“, so Steinfort-Diedenhofen. „Das braucht eine andere, selbstbestimmte Art des Lernens mit- und voneinander. Voraussetzung dafür ist, dass ältere Menschen dazu auch Gelegenheiten bekommen. Bislang bleiben die gesellschaftlichen Ermöglichungsstrukturen in den Bereichen von Bildung und Lernen weit hinter den Erfordernissen eines erfüllten und emanzipierten Alters zurück.“ Es seien vermehrt gut geschulte Berufsgruppen nötig, die mit der großen Zielgruppe von Seniorinnen und Senioren im Bereich der Sozialgeragogik arbeiten.

Die KatHO NRW greift diese Entwicklung im Fachbereich Sozialwesen in Köln in besonderer Weise auf: Neben Seminaren und Forschungsprojekten ist die bundesweit einzigartige Weiterbildung zur Sozialgeragogin/zum Sozialgeragogen ein Beispiel dafür. Ab Frühjahr 2016 startet die neue Weiterbildung, die sich an Personen richtet, die bereits in der Bildung, Begleitung und Beratung von und mit älteren Menschen und ihren Angehörigen tätig sind oder sich für diesen Bereich qualifizieren möchten, sowie an freiwillig Engagierte, die ihre Kenntnisse vertiefen und erweitern möchten.

Ziel der Weiterbildung ist es, die bereits bestehenden aber auch zukünftigen Herausforderungen einer älter werdenden Gesellschaft innerhalb spezifischer Tätigkeitsfelder Sozialer (Alten-)Arbeit und Geragogik zu identifizieren und anhand von Projekten eigenverantwortlich durchzuführen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erlangen ein fundiertes Wissen über die Herausforderungen und Chancen des Alter(n)s sowie methodische Kompetenzen in der Durchführung und Evaluation eines eigenen Projektes. Zum Abschluss erhalten sie ein Zertifikat, das sie als Sozialgeragogin/Sozialgeragogen ausweist.

Die Weiterbildung findet ab März in acht Blöcken einmal im Monat freitags und samstags in Köln statt. Die Kosten für die Weiterbildung betragen insgesamt 2.200 Euro. Teilnehmen kann, wer ein Studium in den Bereichen Soziale Arbeit, Erziehungs-/Bildungswissenschaft, Soziale Gerontologie, Soziologie, Psychologie, Pflegewissenschaften oder ähnlichem absolviert hat. Erste Kenntnisse in der verantwortlichen Durchführung von Projekten sowie Zugang zu einem Praxisfeld sozialer (Alten-)Arbeit, in dem sich ein Projekt realisieren lässt, gehören ebenfalls zu den Teilnahmevoraussetzungen. Anmeldeschluss ist am 19. Februar 2016.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Julia Steinfort-Diedenhofen, j.steinfort-diedenhofen@katho-nrw.de

Redaktion: Julia Uehren, presse@katho-nrw.de

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