Delfin-Patenschaft für einen „Glückspilz“

(pur). „Sreckovic“ – das kroatische Wort für „Glückspilz“ – ist der Neuzugang unter den „Adria-Delfinen“, für die man eine symbolische Patenschaft übernehmen kann. Mehr als die anderen acht „kroatischen“ Schützlinge symbolisiert er das Projekt zur „Rettung der letzten Adria-Delfine“ der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) in Kroatien: Durch Menschenhand geriet er in tödliche Gefahr, doch dank der Hilfe beherzter Menschen konnten ihn die kroatischen Projektpartner der GRD retten.
Der Delfin hing mit der Fluke in einem Seil fest, an dem ein Kanister zur Markierung eines Fischernetzes befestigt war, als ihn ein einheimischer Bootsfahrer in der Nähe der norddalmatinischen Insel Rava fand. Entschlossen griff der Mann ein und schnitt das Seil durch. Der Delfin war wieder frei, zog nun aber den Kanister hinter sich her – ein tödliches Verhängnis!
Die zu Hilfe gerufenen GRD-Projektpartner, Tierärzte von der Universität Zagreb, konnten ihn schließlich mit einem geschickten Lassowurf um den Kanister einfangen und von seinem gefährlichen Ballast befreien. Wie zum Dank tauchte der Delfin noch zweimal beim Boot seiner Retter auf, bevor er davonzog.
Seine Rettung aus tödlicher Gefahr hat „Sreckovic“ der Hilfsbereitschaft aufmerksamer Menschen zu verdanken. Dies ist auch ein Erfolg des GRD-Projekts in Kroatien, durch das die Meeressäuger auch von immer mehr Einheimischen als schützenswerte Lebewesen wahrgenommen werden.

Für den „Glückspilz“ unter den kroatischen Delfinen bietet die GRD nun eine symbolische Patenschaft an. Ein Blick in den „Finnenkatalog“ der bisher fotografisch erfassten Delfine in der kroatischen Adria zeigte, dass „Sreckovic“ kein Unbekannter war. Bereits zwei Jahre zuvor wurde er nahe der Insel Ugljan gesichtet und mithilfe eines Fotos seiner Rückenflosse (Finne) identifiziert.
Leider ist nicht jeder Delfin solch ein „Glückspilz“: Obwohl die Meeressäuger seit 1995 in Kroatien gesetzlich geschützt sind, sterben noch immer 50 % durch menschliche Einflüsse, wie Beifangtod in Fischernetzen, Überfischung, direkte Jagd und rücksichtsloser Wassermotorsport.

Mit ihrem Schutzprojekt will die GRD gemeinsam mit ihren Partnern von der Universität Zagreb und kroatischen der Naturschutzorganisation VAL die nur noch etwa 220 Große Tümmler (Tursiops truncatus) zählende Population vor dem Aussterben bewahren. Es sind die letzten Meeressäuger, die das ganze Jahr über in kroatischen Küstengewässern leben, nachdem bereits die Mönchsrobbe (Monachus monachus) und der Gemeine Delfin (Delphinus delphis) in der Adria ausgestorben sind. Schon eine geringfügige Störung im ökologischen Gleichgewicht könnte für die kleine Population das Aus bedeuten.

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