DEGRO: Strahlentherapie verbessert Behandlungsergebnisse bei Tumoren des Magens und der Speiseröhre

Die meisten Krebserkrankungen des Magens und der angrenzenden Speiseröhre bleiben lange unbemerkt. „Viele Tumoren befinden sich bei der Diagnose bereits in einem fortgeschrittenen Stadium”, berichtet Professor Dr. med. Rita Engenhart-Cabillic, DEGRO-Präsidentin und Leiterin der Klinik für Strahlentherapie an der Universität Marburg. Selbst wenn es gelingt, den Tumor vollständig zu entfernen, kommt es später häufig zu Rückfällen.

In den letzten Jahren sind viele Zentren dazu übergegangen, bei ausgedehnten Tumoren des ösophagealen Übergangs vor der Operation eine unterstützende Chemotherapie oder eine Strahlentherapie durchzuführen. Die neoadjuvante Radiochemotherapie hat sich in mehreren Studien ebenfalls als vorteilhaft erwiesen: „Meta-Analysen zeigen: Die Chancen, den Krebs zu besiegen, steigen durch den Einsatz einer kombinierten Chemo- und Strahlentherapie. Die Leitlinien haben die Therapie zu Recht mit einem hohen Empfehlungsgrad versehen“, betont Engenhart-Cabillic.

Eine Radiochemotherapie ist auch dann sinnvoll, wenn der Chirurg den Tumor zwar vollständig entfernt hat, in der anschließenden feingeweblichen Untersuchung aber noch Tumorzellen am Rand gefunden werden. „Wir waren uns einig, dass auch hier eine Indikation zur Radiochemotherapie besteht, falls eine Nachoperation nicht möglich ist”, berichtet Professor Dr. med. Martin Stuschke, Direktor der Klinik für Strahlentherapie am Universitätsklinikum Essen und einer der Autoren der neuen S3-Leitlinie. Zum Einsatz kann die Radiochemotherapie auch dann kommen, wenn ältere oder durch Krankheit geschwächte Patienten nicht mehr operiert werden können. Ziel ist dann insbesondere bei Karzinomen des Übergangs von der Speiseröhre zum Magen wie bei der Operation eine Heilung des Krebsleidens.

Auch in der palliativen Therapie, der Begleitung bei unheilbaren Krebserkrankungen, findet die Strahlentherapie Anwendung. „Wenn der Tumor Magen oder Speiseröhre verengt, kann eine Strahlentherapie die Beschwerden der Patienten lindern“, so Stuschke. Bei Sickerblutungen aus dem Tumor würden ebenfalls häufig Erfolge erzielt.

Zur Strahlentherapie
Die Strahlentherapie ist eine lokale, nicht-invasive, hochpräzise Behandlungsmethode mit hohen Sicherheitsstandards und regelmäßigen Qualitätskontrollen. Bildgebende Verfahren wie die Computer- oder Magnetresonanztomografie ermöglichen eine exakte Ortung des Krankheitsherdes, so dass die Radioonkologen die Strahlen dann zielgenau auf das zu bestrahlende Gewebe lenken können. Umliegendes Gewebe bleibt weitestgehend verschont.

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