Debatte zur Ernährungssicherung im Fokus des Tropentages in Berlin

Zu den prominenten Gastrednern zählen u.a. der Philosoph und Armutsforscher Prof. Thomas Pogge (Yale University) sowie der Agrarökologe „der ersten Stunde“ Prof. Miguel Altieri (University of California/ Berkeley). Organisatoren der diesjährigen Tagung sind das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V. und die Humboldt-Universität zu Berlin.

Rasantes Bevölkerungswachstum, Klimaveränderungen und Landnutzungskonflikte verstärken Hunger, Mangelernährung, Armut und soziale Ungleichheit in den Krisenregionen der Welt. Immer mehr Menschen müssen mit einer abnehmenden landwirtschaftlichen Fläche, unter unbeständigen und schwierigen klimatischen Bedingungen ernährt werden. Land wird kostbar und dessen Nutzung ist stark umkämpft – auch vor dem Hintergrund der Bioenergieerzeugung, Globalisierung oder zunehmenden Viehhaltung mit damit verbundener Nachfrage nach Futtermitteln. „Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion ist ein Ansatz, aber in ärmeren Regionen mit großen Defiziten in der Infrastruktur, auf technologischer und institutioneller Ebene und unter Beachtung der vorherrschenden traditionellen kleinbäuerlichen Strukturen eine riesige Herausforderung“, erklärt Dr. Stefan Sieber, Forschungsbereichsleiter im Institut für Sozioökonomie, Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF). Nach zehn Jahren internationaler Agrarforschung in Afrika und Lateinamerika resümiert er: „Wir brauchen pragmatische Konzepte für die gesamte Wertschöpfungskette, die nur gemeinsam mit den Bauern und Entscheidungsträgern vor Ort erarbeitet werden können.“

Auf dem diesjährigen Tropentag werden international renommierte Gastredner erwartet: der Philosoph und Armutsforscher Prof. Thomas Pogge (Yale University), der Agrarökologe Prof. Miguel Altieri (University of California/ Berkeley), der Generaldirektor des International Food Policy Research Instituts (IFPRI) in Washington D.C., Dr. Shenggen Fan, Dr. Brave Ndisale von der Food and Agriculture Organization (FAO) der Vereinten Nationen, Investor Carter Coleman (CEO Agrica) sowie Dr. Nteranya Sanginga, Generaldirektor des International Institute of Tropical Agriculture (IITA) in Nigeria.

Der Tropentag ist eine seit 1999 jährlich stattfindende internationale Konferenz, mit wechselnden Veranstaltungsorten. Ziel ist nicht nur der wissenschaftliche Austausch, sondern auch die Teilnahme und Förderung junger WissenschaftlerInnen und StudentInnen sowie die Kooperation mit wichtigen Institutionen der internationalen Agrarforschung und Entwicklungszusammenarbeit. Die Themenschwerpunkte liegen dabei auf Ernährungssicherung, Umgang mit natürlichen Ressourcen und ländlicher Entwicklung in den Tropen und Subtropen.

Weitere Informationen zum Thema sowie zur Tagung finden sich unter www.tropentag.de.

Das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung arbeitet zu gesellschaftlich relevanten Fragestellungen im Zusammenhang mit der Nutzung von Agrarlandschaften, wie Ernährungssicherung, nachhaltige Bewirtschaftung von natürlichen Ressourcen, biologische Vielfalt und Ökosysteme. Forschungsfragen umfassen die naturwissenschaftlichen Grundlagen von Prozessen in Agrarlandschaften, die Wirkung unterschiedlicher Nutzungen sowie daraus entstehende Nutzungskonflikte und deren Regelung. Aufbauend auf den Ergebnissen entwickelt das ZALF Konzepte für eine nachhaltige Nutzung von Agrarlandschaften.

Journalisten, die an der Konferenz teilnehmen möchten, wenden sich bitte an Dr. Eric Tielkes: info@tropentag.de.

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