Datenschutz in der med. Forschung: Bietet das Konzept der Anonymisierung langfristig Schutz?

Über das Konzept der Anonymisierung als Mittel des Datenschutzes in der biomedizinischen Forschung diskutieren heute in Berlin Methodiker, Wissenschaftler und Software-Entwickler. Der Zugang zu Daten aus verschiedenen Systemen in Forschung und Versorgung und ihre Zusammenführung wird für die biomedizinische Forschung immer wichtiger. Dabei muss eine Reidentifizierung von Patienten und Probanden in solchen Forschungskontexten sicher ausgeschlossen werden können. „Ziel des Erfahrungsaustauschs ist es, die vorhandenen Methoden und Instrumente zur Anonymisierung zu diskutieren und potenzielle Grenzen aufzuzeigen“, sagt Sebastian C. Semler, Geschäftsführer der TMF. „Wir müssen zudem diskutieren, welche organisatorischen Regelungen alternativ getroffen werden können, um die Möglichkeit einer Reidentifizierung von Patienten und Probanden sicher auszuschließen. Möglicherweise müssen auch für dieses Ziel die Datensätze – obwohl sie anonymisiert sind – von einer öffentlichen Nutzung ausgeschlossen werden.“

Unklar ist derzeit, ob Techniken der Anonymisierung – beispielsweise eine Vergröberung von Merkmalen in biomedizinischen Datensätzen – überhaupt zu einem langfristigen Schutz vor Reidentifizierung führen können und welche Forschungsfragen mit solcherart veränderten Datensätzen möglicherweise nicht mehr beantwortet werden können.

Im Rahmen des Workshops werden vor einer Diskussion der oben genannten Fragen Softwaretools aus Deutschland, Österreich und den Niederlanden vorgestellt, darunter unter anderem auch das „Anon“-Tool, das im Rahmen eines Projektes der TMF mit Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung entwickelt worden ist und dessen mögliche Weiterentwicklung ebenfalls Gegenstand der Diskussion sein wird. Ein ausführlicher Bericht zu den gewonnen Erkenntnissen wird im Anschluss an den Workshop erarbeitet und zu einem späteren Zeitpunkt publiziert.

Scroll to Top