Das Wohl der Kinder im Blick

Kinder und Jugendliche bedürfen eines ganz besonderen Schutzes: Falsche Ernährung kann ihre körperliche und geistige Entwicklung nachhaltig beeinträchtigen und massive Gesundheitsschädigungen nach sich ziehen Die wachsende Anzahl von Autoimmunerkrankungen gerade jüngerer Patientinnen und Patienten stellen die Mediziner vor immer neue Herausforderungen. Multiresistente Keime bringen erhebliche Gefahren nicht nur für ältere Menschen, sondern gerade auch für die Allerjüngsten mit sich. Die drei Themenschwerpunkte „Ernährung“, „Immunsuppression“ und „multiresistente Keime“ werden daher auch im Mittelpunkt der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) stehen, die vom 2. bis 5. September 2015 in München stattfindet.

Der Schwerpunkt „Ernährung“ steht dabei zugleich in einem engen Zusammenhang mit den Forschungen des Namensgebers der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU): Mit seiner historischen Publikation „Eine neue Suppe für Kinder“ legte Justus von Liebig 1864 den Grundstein für die künstliche Säuglingsernährung. Die Expertise von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Fachbereichs Medizin der JLU wird bei der Tagungsgestaltung eine wichtige Rolle spielen: Ein Team der Abteilung Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie (Fachbereich 11 – Medizin) der JLU hat erstmalig die wissenschaftliche Leitung und Organisation der DGKJ-Jahrestagung übernommen.

Das Organisationsteam besteht aus Prof. Dr. Klaus-Peter Zimmer (Leiter der Abteilung Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie; DGKJ-Tagungspräsident), Prof. Dr. Stefan Wudy, Julia Ortwein (Ärztin), Marion Grüne (Management) und Ulrike Gans (Sekretariat). Im Internationalen Congress Center München (ICM) werden zwischen 3.000 und 4.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet. Diese Zahl ist zu groß, als dass man die Tagung in Gießen ausrichten könnte, erklärten die Organisatoren. Eingeladen sind Ärztinnen und Ärzte, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Pflegende, Studierende sowie Vertreterinnen und Vertreter aller weiteren Berufsgruppen, die an der Kinder- und Jugendmedizin beteiligt sind.

Auf dem Programm der DGKJ-Jahrestagung stehen 60 Workshops zu klinischen und wissenschaftlichen Themen. Erstmals werden auch Workshops zu wissenschaftlichen Methoden angeboten. 600 ausgewiesene nationale und internationale Experteninnen und Experten werden 130 Symposien, darunter erstmals auch englischsprachige Symposien, gestalten. Daher gibt es viele verschiedene Möglichkeiten zum wissenschaftlichen Austausch sowie zur Fortbildung und Aktualisierung von praktischem Wissen und Fähigkeiten in sämtlichen Bereichen der Kinder- und Jugendmedizin.

Ein Novum stellen in diesem Rahmen öffentliche Symposien dar, zu denen auch die Bevölkerung eingeladen ist, berichtet Prof. Wudy vom Gießener Organisationsteam. Ein Symposium mit dem Titel „Was können wir von der Pädiatrie in anderen Ländern lernen?“ wird sich beispielsweise mit einem Systemvergleich der Versorgungsstrukturen in verschiedenen Ländern Europas und den USA befassen. Experten aus sieben verschiedenen Ländern werden in einer Diskussionsrunde Stärken und Schwächen der durchaus unterschiedlichen Medizin-Systeme darstellen. Ein Symposium mit dem Titel „Du sollst dir kein Bildnis machen“ beschäftigt sich mit dem hochaktuellen Thema des „Designer-Kindes“ in der heutigen Zeit. Zwei weitere Symposien sind den ethischen Rahmenbedingungen in der Kindermedizin sowie der Eltern- und Patientenselbsthilfe gewidmet. Mitglieder des Deutschen Ethikrates und Vertreter aus Politik und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie Vertreter von Patienten-Selbsthilfeorganisationen haben ihre Teilnahme zugesagt.

„Hessisches Kolorit“ soll „als Importgut“ in der bayerischen Landeshauptstadt ebenfalls eine wichtige Rolle spielen, ergänzt Prof. Wudy. Tagungsleiter Prof. Zimmer und er freuen sich besonders darüber, dass zahlreiche Kinder und Jugendliche aus Mittelhessen für die Rahmengestaltung der Tagung in München gewonnen werden konnten.

So wird die Eröffnung des Kongresses umrahmt vom Oberstufenchor der Gießener Liebigschule. Es wird ein Benefiz-Fußballspiel zugunsten chronisch kranker Kinder und Jugendlicher geben. Mit von der sportlichen Partie werden am 2. September an der Sportschule Oberhaching Ex-Fußballspieler des FC Bayern München und von Galatasaray Istanbul sowie chronisch kranke Jugendliche und Kinderärzte sein. Spaß und lehrreiche Unterhaltung verspricht eine gemeinsame Koch-Aktion mit Kindern und prominenten Köchen aus Deutschland und der Türkei.

Zum Rahmenprogramm gehören ferner eine Kongress-Party mit der LieBig-Band, der Jazz Band der Gießener Liebigschule (am 4. September im Muffatwerk München), ein Benefizkonzert des Deutschen Kinderärzteorchesters (am 4. September im Gasteig) zugunsten des KroKi-Vereins für chronisch kranke Kinder Gießen e.V., sowie ein Schülerkunstwettbewerb „Essen in Hessen“ mit Preisverleihung durch den hessischen Sozialminister Stefan Grüttner am 3. September im ICM, München, und eine Ausstellung der Beiträge von Schülern und Schulklassen hessischer Schulen. Über den KroKi-Verein ist eine DVD zur Geschichte der künstlichen Säuglingsernährung erhältlich.

Termin
Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin:
2. – 5. September 2015
Veranstaltungsort: Internationales Congress Center München (ICM)

Kontakt
Prof. Dr. Klaus-Peter Zimmer
Leiter der Abteilung für Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie
Prof. Dr. Stefan Wudy
Feulgenstraße 10-12
35392 Gießen
Telefon: 0641 / 985-43411; 0641 985-43451 (Sekretariat)
E-Mail: Klaus-Peter.Zimmer@paediat.med.uni-giessen.de;
Stefan.Wudy@paediat.med.uni-giessen.de

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Die 1607 gegründete Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ist eine traditionsreiche Forschungsuniversität, die rund 28.000 Studierende anzieht. Neben einem breiten Lehrangebot – von den klassischen Naturwissenschaften über Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Gesellschafts- und Erziehungswissenschaften bis hin zu Sprach- und Kulturwissen¬schaften – bietet sie ein lebenswissenschaftliches Fächerspektrum, das nicht nur in Hessen einmalig ist: Human- und Veterinärmedizin, Agrar-, Umwelt- und Ernährungswissenschaften sowie Lebensmittelchemie. Unter den großen Persönlichkeiten, die an der JLU geforscht und gelehrt haben, befindet sich eine Reihe von Nobelpreisträgern, unter anderem Wilhelm Conrad Röntgen (Nobelpreis für Physik 1901) und Wangari Maathai (Friedensnobelpreis 2004). Seit 2006 wird die JLU sowohl in der ersten als auch in der zweiten Förderlinie der Exzellenzinitiative gefördert (Excellence Cluster Cardio-Pulmonary System – ECCPS; International Graduate Centre for the Study of Culture – GCSC).

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