Das Werkzeug fürs Design-Genom

Das Bakterium Streptococcus pyogenes verursacht beim Menschen Mandelentzündung oder Scharlach. Und es hat ein winziges Werkzeug, um sein Erbgut zu reparieren. Die Forscherinnen Emmanuelle Charpentier und Jennifer Doudna fanden heraus, dass es sich benutzen lässt, um das Erbgut von Organismen gezielt zu verändern. Sie veröffentlichten ihre Entdeckung 2012. Seither wird das neue Werkzeug vielfältig eingesetzt. „Nach der Einführung superschneller Techniken für die DNA-Sequenzierung vor wenigen Jahren steht mit dem CRISPR-Verfahren bereits die nächste Revolution in der Molekularbiologie an“, sagt Bernd Müller-Röber. Das habe erhebliche Bedeutung für nahezu alle Gebiete, in denen molekularbiologisch gearbeitet wird, von der Pflanzenzüchtung bis zur genverändernden Anwendung am Menschen.

Was kann die „Genschere“ wirklich? Was ist Panikmache und was ist berechtigte Sorge? Der Vortrag von Müller-Röber gibt einen Einblick in das CRISPR-Verfahren und diskutiert aktuelle und mögliche zukünftige Einsatzgebiete.

Bernd Müller-Röber ist Professor für Molekularbiologie an der Universität Potsdam und leitet am dortigen Max-Planck-Institut für molekulare Pflanzenphysiologie eine Forschungsgruppe, die sich mit den Signalnetzwerken in Pflanzen befasst. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Pflanzengenomforschung sowie Wachstumsprozesse und Genregulation bei Pflanzen. Müller-Röber ist zudem Experte für Sicherheitsfragen in der grünen Gentechnik und Sprecher der Arbeitsgruppe Gentechnologiebericht der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Er ist Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (Acatech) und Vizepräsident des Verbandes Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin.

Der Vortrag wird auf Deutsch gehalten. Der Eintritt ist frei. Medienvertreterinnen und -vertreter sind herzlich eingeladen, über die Veranstaltung zu berichten.

Kontakt bei organisatorischen Fragen:
Marina Hoffmann, Universität Bielefeld
Zentrum für interdisziplinäre Forschung
Telefon: 0521 106 2768
E-Mail: marina.hoffmann@uni-bielefeld.de

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