Das jüngste Transplantationszentrum Deutschlands feiert Geburtstag

„In den letzten 15 Jahren hat sich das Transplantationszentrum Regensburg zu einem der leistungsfähigsten in Deutschland entwickelt“, so Prof. Dr. Bernhard Banas, Leiter des Transplantationszentrums. „Auch international sind wir – dank großer Fortschritte auf dem Gebiet der klinischen Forschung sowie der Grundlagenforschung – etabliert.“ Möglich wurde dies insbesondere durch die sehr enge interdisziplinäre Zusammenarbeit von operativen und medizinischen Spezialisten des Universitätsklinikums.

Mehr als 1.400 Patienten konnten mittlerweile dank einer Organtransplantation ein neues Leben beginnen, ca. 500 weitere Betroffene erhielten eine allogene Knochenmarks-Transplantation. In Regensburg werden mittlerweile außer der Lunge alle Organe, die Eurotransplant vermittelt, transplantiert.

Einen besonderen Ruf hat sich das Transplantationszentrum auf dem Gebiet der Kinderlebertransplantation erworben: Seit Existenz der KinderUNiklinik Ostbayern (KUNO) ist es möglich, in Bayern Lebertransplantationen bei Kindern durchzuführen. Damit ist Regensburg bundesweit eines von wenigen Zentren, in denen Kinder, Säuglinge und sogar Neugeborene transplantiert werden können.
Spezielle Erfahrungen bestehen auch auf dem Gebiet der sogenannten „Lebend-Organ-Transplantationen“, also der Übertragung von z.B. Spenderlebern und -nieren von nahen Angehörigen auf die Patienten.

Auch in dem Bereich der Kunstherzunterstützung bis hin zur Herztransplantation verfügt Regensburg über besonderes Knowhow: So wurden hier z.B. bereits mehr als 30 Kunstherzsysteme implantiert. Diese dienen als Überbrückung bis zu einer Herztransplantation oder aber auch als Dauertherapie über mehrere Jahre.

Neben der Patientenbehandlung werden kontinuierlich neue Therapiekonzepte erforscht und entwickelt. Ziel ist, ein längeres Funktionieren der Transplantate zu erreichen und die Nebenwirkungen für die Patienten zu verringern. Hierzu bestehen international kompetitive Forschungsprojekte in Regensburg, die u.a. von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der EU sowie von verschiedenen Stiftungen unterstützt werden. Die Fakultät für Medizin der Universität Regensburg hat die Transplantationsmedizin deshalb zu einem ihrer Schwerpunkte erklärt, der auch zukünftig mit großem Engagement weiter vorangebracht werden soll.

Symposium am 16. und 17. Juli
Mit einem wissenschaftlichen Symposium am 16. und 17. Juli 2010, das sich nicht nur an Ärzte, sondern auch an Patienten, Angehörige und Interessierte richtet, will sich das Universitätsklinikum Regensburg bei allen bedanken, die den Aufbau des Transplantationszentrums ermöglicht haben und die Perspektiven für die Zukunft des Zentrums darstellen. Ein besonderer Dank soll jedoch den Patienten ausgesprochen werden, die sich in Regensburg transplantieren ließen oder die noch auf den Wartelisten stehen.

Das Symposium wird vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit unterstützt. Namhafte Transplantationsmediziner aus dem In- und Ausland sowie Sprecher der Deutschen Stiftung Organtransplantation und der Stiftung Eurotransplant werden Vorträge sowohl für Ärzte als auch Patienten halten.
(idw, 07/2010)

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