Das gefährlichste Tier Deutschlands

(djd). Die Zecke ist das gefährlichste Tier Deutschlands, keine andere Kreatur verursacht hierzulande so viele Krankheitsfälle wie der kleine Blutsauger. Diese Warnung sprachen Experten auf dem ersten Süddeutschen Zeckenkongress aus, der an der Universität Hohenheim stattfand.

Die von Zecken ausgehende Gesundheitsgefahr ist den meisten Bundesbürgern sehr bewusst. Das ergab eine TNS-Emnid-Umfrage im Auftrag der Ergo Direkt Versicherungen. 72 Prozent der Befragten hielten die Furcht vor Zeckenbissen für sehr berechtigt oder zumindest berechtigt. Auffällig: Bei den Männern fürchten sich „nur“ 63 Prozent, bei den Frauen sind es dagegen 81 Prozent.

Expertentipp: Gegen FSME impfen lassen

Die von Zecken übertragene Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) können zu gefährlichen Hirnhaut- und Gelenkentzündungen, Herzerkrankungen, Lähmungen und schlimmstenfalls zum Tod führen. Allerdings trägt nicht jede Zecke automatisch gleich sämtliche Krankheitserreger in sich. FSME-Überträger sind vor allem aus Süddeutschland bekannt, Borreliose dagegen können die Tiere überall in Europa in sich tragen. „Gegen Borreliose kann man sich generell nicht impfen lassen, diese Krankheit ist aber mit Antibiotika gut behandelbar“, sagt Dr. med. Falko Panzer, Allergologe aus Mannheim. Gegen FSME könne und solle man sich dagegen tatsächlich impfen lassen. „Ist es für eine Impfung zu spät, sollte man Zeckenbiotope mit Gräsern, Farnen und Büschen im Sommer eher meiden, Picknick und Pausen besser nicht an Waldrändern und auf Wiesen abhalten“, so Dr. Panzer. Die Bekleidung sollte dicht schließen, zu empfehlen seien lange Ärmel und Hosenbeine, die in Socken oder Stiefeln stecken.

Infektionsrisiko steigt mit der Saugdauer

Nach dem Aufenthalt in der Natur, so Dr. Panzer, sei die wichtigste Maßnahme das Absuchen des gesamten Körpers auf Zecken. Diese müssten bald entfernt werden, denn das Infektionsrisiko steige mit der Saugdauer: „Neuerdings gibt es ein effektives Instrument zur Zeckenentfernung: die sogenannte Safecard. Sie ist in Apotheken und im Zoofachhandel erhältlich.“

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