Das Dach wird grün

(djd). Das Dach dient in erster Linie dem Schutz des Hauses vor Wind und Wetter. Seit einigen Jahren spielen aber auch ökologische Kriterien, allen voran die Einsparung von Energie durch Wärmedämmung, eine wichtige Rolle. Doch Dächer lassen sich unter ökologischen Aspekten noch weitaus intensiver nutzen. Mit einer Begrünung etwa geben Hausbesitzer der Natur ein Stück des verlorenen Bodens zurück, den ihr die Flächenversiegelung durch den Bau des Hauses genommen hat. Laut Stefan Ruttensperger, Fachbereichsleiter Gründach beim Dachspezialisten Bauder, bieten Dachbegrünungen eine Reihe von Vorteilen: „Sie schaffen neue Lebensräume für Vögel und Kleinlebewesen, sie tragen zur Verbesserung der Luftqualität in städtischen Räumen bei, sie halten Regenwasser zurück und entlasten die Gewässer – und sie können sogar das Klima im Haus verbessern“, so Ruttensperger. Ein Gründach anzulegen, ist keineswegs nur auf Flach-, sondern auch auf Steildächern möglich.

Ersatz-Lebensraum für Insekten, Bienen und andere Kleinlebewesen

Kleinlebewesen wie Insekten, Honig- und Wildbienen und kleine Spinnentiere finden auf Gründächern ein Ersatz-Habitat, das nicht nur in den dicht bebauten innerstädtischen Räumen oft verloren gegangen ist. Verantwortlich dafür sind auch die besonderen Bedingungen auf dem Dach: Durch warme Temperaturen und relativ wenig Bewässerung entstehen bei extensiver Begrünung sogenannte „Trocken-Biotope“. Sie entsprechen weitgehend den Lebensbedingungen in Trockenrasen-, Fels- oder Flussuferlandschaften, die vielerorts durch Menschen verändert wurden. So finden viele Kleinlebewesen, die unter anderem auch in der Nahrungskette für größere Tiere, wie Vögel, oder für die natürliche Bestäubung von Blüten eine wichtige Rolle spielen, hier einen Lebensraum, der ihren besonderen Bedürfnissen gut entspricht.

Dachbegrünung mit System anlegen

Für die Anlage eines Gründachs bieten Hersteller wie Bauder spezielle Gründachsysteme an. Sie bestehen aus Samen und Ballenpflanzen und einer Substratschicht mit viel Wurzelraum für eine artenreiche Vegetation und genug Wasserspeicherkapazität für gesundes Pflanzenwachstum. Hinzu kommt die Dränschicht sowie mehrere Schutzschichten, die das Dach gegen Wasser und Durchwurzelung schützen. Wasser, das die Substratschicht nicht aufnehmen kann, wird so schnell und sicher abgeleitet. Je nach vorhandenem Dachaufbau gibt es eine Vielzahl verschiedener, auf die Bedingungen vor Ort abgestimmter Systeme – mehr dazu unter http://www.bauder.de/de/gruendach.html. Mit der Bepflanzung größerer Dachflächen oder Steildächer sollte am besten ein Fachbetrieb beauftragt werden. Einmal angelegt, sind extensive Dachbegrünungen pflegeleicht, zusätzliche Bewässerung ist nur während der Anwachsphase in den ersten beiden Vegetationsperioden erforderlich. Intensive Dachbegrünungen sind etwas pflegeintensiver, dafür können sie als nahezu vollwertige Gartenanlage geplant werden.

Wasserspeicher, Luftverbesserer und zusätzliche Dämmschicht

Die Bepflanzung des Daches speichert Regenwasser, das zum großen Teil über die Vegetation wieder verdunstet. Das entlastet zum einen das Abwassersystem und die Flüsse, deren Aufnahmekapazität bei Starkregen oft an ihre Grenzen stößt. Zum anderen verbessert die zusätzliche Verdunstung in städtischen Regionen die Luftqualität und kann Feinstäube binden. Doch auch auf das Klima im Haus wirkt sich eine Dachbegrünung positiv aus. Das feuchte Substrat kühlt im Sommer und sorgt so für angenehme Temperaturen in den Dachräumen. Im Winter bildet die Bepflanzung eine zusätzliche Dämmung und verbessert damit den Wärmeschutz.

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