Das Alter(n) aktiv gestalten – Dritter MuseumsTalk Vechta

Am Mittwoch, 14. November, lud die Universität Vechta zur dritten Ausgabe des MuseumsTalks unter dem Titel „Aktives Altern – Chancen vor und nach dem Ruhestand“. Im Museum im Zeughaus diskutierten fünf Podiumsgäste dies- und jenseits des Ruhestands das aktive Altern. Moderiert wurde die Runde vom Journalisten und Moderator Sven Kuntze. Rund 130 Zuhörerinnen und Zuhörer kamen zum Talk ins Museum.

Wir alle werden älter, und dafür müssen wir vorsorgen und planen – darin waren sich die Podiumsgäste einig. Wie dies geschehen kann, welche Potenziale Betriebe für und mit Noch-Nicht-Ruheständlern ausschöpfen können und mit welchem Engagement Ruheständler der Gesellschaft etwas zurückgeben können, wurde von den Talkgästen – und dem Publikum – in der knapp 90-minütigen Veranstaltung diskutiert.

Die Seite der Betriebe vertrat dabei Hannelore Rudloff, Personalleiterin der Pöppelmann GmbH & Co. KG in Lohne. Der Renteneintritt müsse ihrer Meinung nach flexibel sein, aber auch das Arbeiten über den nominellen Ruhestand hinaus solle möglich gemacht werden. „Wir brauchen das Wissen und Können unserer älteren Belegschaft: Sie bringen Ruhe in den Laden und helfen uns wenn es gilt, Spitzen zu bewältigen.“ Gleichzeitig sollen Betrieb und Mitarbeiter gemeinsam dafür Sorge tragen, dass Gesundheit und damit Arbeitsfähigkeit lange erhalten bleiben. Prof. Dr. Frerich Frerichs, Professor für Altern und Arbeit, bekräftigte dies: „Das aktive Altern beginnt früh. Es ist nicht an ein bestimmtes Alter gekoppelt und fängt durchaus schon während der Erwerbstätigkeit an.“

Wie aktives Altern nach dem Ruhestand gestaltet werden kann, dafür standen die Talkgäste Ruth Brand, stellvertretende Vorsitzende des Vorstands der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO), und Uwe Bartels, ehemaliger Bürgermeister der Stadt Vechta. Bartels, selbst seit knapp einem Jahr offiziell im Ruhestand, unterstrich die Entscheidungsfreiheit, die mit dem Ruhestand gewonnen wird: Die eigenen Termine nach den eigenen Vorlieben zu gestalten, daran erfreue er sich. Tatenlos sei man im Alter ja trotzdem nicht, das Betätigungsfeld für Ältere sei riesengroß, so Ruth Brand. Die 84-Jährige engagiert sich in der BAGSO, einer Dachorganisation, die Lobbyarbeit betreibt. Ihre Aufgabe besteht darin, die Interessen der Älteren gegenüber Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu vertreten.

Auf das Alter vorzubereiten ist auch Aufgabe von Susanne Tatje. Sie ist Demographiebeauftragte der Stadt Bielefeld und leitet das dortige Amt für Demographie und Statistik. Im kommunalen Kontext entwickelt sie Ideen und Konzepte, wie der demographische Wandel für die Stadt günstiger gestaltet werden kann. „Wichtig ist, Prozesse anzustoßen und Ziele zu stecken, die die Politik über Wahltermine hinaus verfolgt.“ Angesichts beispielsweise einer sich verändernden Beschäftigungspolitik fasste Moderator Kuntze die Diskussionsergebnisse kompakt zusammen: „Langfristig planen tut Not, kommt aber immer mehr aus der Mode.“

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