Darmflora hat positiven Einfluss auf die Chemotherapie

Im Rahmen ihrer Studie haben die Forscher festgestellt, dass die beiden Darmbakterien Enterococcus hirae und Barnesiella intestinihominis zusammen die krebshemmende therapeutische Wirkung des Cyclophosphamids (Chemotherapie, die bei verschiedenen Krebsarten angewandt wird) verstärkt.

Eine der Nebenwirkungen der Chemotherapie ist eine größere Durchlässigkeit der Darmbarriere, durch die Darmbakterien in den Blutkreislauf gelangen. Zur Bekämpfung der ungewollten Eindringlinge wird eine Immunantwort ausgelöst. Dies hat sich nun als positiver Effekt für die Patienten erwiesen, da dabei auch Tumorzellen zerstört werden. Der Tumor wird also direkt durch die Behandlung mit Cyclophosphamiden und indirekt durch diese die Fremdbakterien bekämpfende Reaktion angegriffen.

In mehreren präklinischen Modellen konnten die Forscher nachweisen, dass oral verabreichte Enterococcus hirae und Barnesiella intestinihominis die krebshemmende Immunantwort verbessern.

Die Wirkung eines Krebsmedikaments beruht auf einer komplexen Interaktion zwischen der Darmflora eines Patienten und seiner Fähigkeit zum Aufbau eines immunologischen Gedächtnisses, das sich bei der Bekämpfung bestimmter Bakterien der Darmflora als wirksam erweist.

Diese Ergebnisse ebnen den Weg für eine Erhöhung der Wirksamkeit solcher Medikamente durch eine Optimierung des Einsatzes von Antibiotika und den Zusatz bestimmter sogenannter “onko-mikrobiotischer” Bakterien, mit denen die krebshemmende Wirkung verstärkt wird.

[1] französisches Institut für Gesundheit und medizinische Forschung

[2] französisches Zentrum für wissenschaftliche Forschung

Quelle: “Le microbiote intestinal à la rescousse des chimiothérapies”, Pressemitteilung des Inserm, 05.10.2016 – http://presse.inserm.fr/le-microbiote-intestinal-a-la-rescousse-des-chimiotherapies/25345/

Übersetzerin: Jana Ulbricht, jana.ulbricht@diplomatie.gouv.fr

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