Community Medicine – Eine Erfolgsgeschichte der Gesundheitsforschung aus Greifswald

Community Medicine (CM) ist heute ein zentraler Forschungsschwerpunkt der Medizinischen Fakultät Greifswald. Der Startschuss fiel bereits im Jahr 1992 nach einer Evaluation der Medizinischen Fakultäten durch den Wissenschaftsrat. Drei Jahre später wurde der Forschungsverbund Communitiy Medicine gegründet. In diesem Verbund organisieren sich Wissenschaftler aus Instituten und Kliniken der Universität. In diesem Verbund werden unter anderem verschiedene Projekte koordiniert, Antragsverfahren vorbereitet und der Austausch der Forschungsdaten geregelt.
"Der Forschungsverbund Community Medicine hat sich in den 15 Jahren seines Bestehens zu einem sehr lebendigen Verbund entwickelt. Mehr als 500 Antragsteller am Standort Greifswald sowie nationale und internationale Kooperationspartner nutzen Daten und Materialien des Forschungsverbundes. Neben der populationsbezogenen Forschung nimmt die Versorgungsforschung einen immer breiteren Raum ein. Nicht nur in den Forschungsergebnissen sondern auch in der Organisation des Forschernetzwerks erfahren wir hohe Anerkennung", so Prof. Dr. Rainer Biffar, Sprecher des Forschungsverbundes.

Ziel des Forschungsschwerpunkts Community Medicine ist die Erforschung des Gesundheitszustandes der Vorpommerschen Bevölkerung, um neue Erkenntnisse zur Entstehung von Krankheiten zu gewinnen und neue Strategien der Gesundheitsvorsorge, Diagnostik und Therapie zu entwickeln. Die Daten aus den beiden Studien, SHIP (Study of Health in Pomerania / Leben und Gesundheit in Vorpommern) und SNiP (Survey of Neonates in Pommerania) sind für ihre jeweiligen Zielgruppen deutschlandweit einmalig. "SHIP ist weltweit das umfassendste Untersuchungsprogramm in einer Bevölkerungsstudie. Es ist auch die erste Großstudie, bei der zurzeit ein Ganzkörper-MRT eingesetzt wird. Allein aus den bisherigen Forschungsaktivitäten sind ca. 250 Publikationen in hoch angesehenen internationalen Fachzeitschriften hervorgegangen. Ein großes Plus des Verbundes ist, dass Fachbereiche verschiedener Fakultäten der Universität zusammenarbeiten." Das erklärt der Leiter der Studie Prof. Dr. Henry Völzke. Er verweist darauf, dass die Wissenschaftler nach den aufwendigen Untersuchungen im Rahmen der Studien beispielsweise über ca. 2 Millionen genetische Daten und 5.000 MRT-Bilder pro Proband verfügen.

Die medizinische Versorgungsforschung an der Universität Greifswald nutzt die Daten aus den Gesundheitsstudien, um regionalisierte, zukunftsorientierte und praktikable Lösungen für die medizinische Versorgung zu entwicklen, so Dr. Neeltje van den Berg, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Communitiy Medicine. "Zu den großen Herausforderungen in der medizinischen Versorgung der Bevölkerung gehören der demografische Wandel, Multimorbidität, Nachwuchsprobleme im ärztlichen Bereich, unflexible Sektorengrenzen z. B. zwischen ambulanter sowie stationärer Behandlung, Probleme bei der Zusammenführung von Daten. Die Abteilung Versorgungsepidemiologie & Community Health entwickelt Lösungen für diese Herausforderungen, typische Forschungsthemen sind dabei z. B. Analysen und Prognosen der Morbidität und des Versorgungsbedarfs der Bevölkerung, Entwicklung von innovativen, sektorenübergreifenden und regionalisierten Versorgungs- und Präventionsmodellen."

Ansprechpartner bei Rückfragen
Prof. Dr. Rainer Biffar – Sprecher des Forschungsverbundes
Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde
Rotgeberstraße 8, 17487 Greifswald
Telefon 03834 86-7140
Telefax 03834 86-7148
biffar@uni-greifswald.de

Prof. Dr. Henry Völzke – Leiter des SHIP-Programms
Walther-Rathenau-Straße 48, 17487 Greifswald
Telefon 03834 86-7707
Telefax 03834 86-7701
voelzke@uni-greifswald.de

Dr. rer. med. Neeltje van den Berg – Wiss. Mitarbeiterin am Institut für CM
Institut für Community Medicine
Ellernholzstr. 1-2
Telefon 03834 86-7771
neeltje.vandenberg@uni-greifswald.de
(idw, 04/2010)

Scroll to Top