Cluster Medizin.NRW startet Strategieprozess für die innovative Medizin in NRW

Das Land Nordrhein-Westfalen ist einer der führenden medizinischen Standorte in der Bundesrepublik und wird diese Position weiter ausbauen. Ein wichtiger Meilenstein dabei ist das Cluster Medizin.NRW, das relevante Akteure im Innovationssystem Medizin zu einem landesweiten Netzwerk verbindet. So kann sichergestellt werden, das Forschungs- und Entwicklungsergebnisse zügig aus dem Labor zu den Menschen und in den medizinischen Alltag gelangen. Um die Rolle unter anderem der klinischen Forschung weiter zu stärken und die Potenziale der Digitalisierung besser nutzen zu können, hat das Cluster einen strukturierten Strategieprozess mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Gesundheitswesen und Zivilgesellschaft auf den Weg gebracht. Weitere Themen des Strategieprozesses sind die Personalisierung der Medizin sowie Gesundheitstechnologien. Ziel dieses Prozesses ist die Ableitung von Handlungsempfehlungen auf wissenschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Ebene. Startschuss für den Strategieprozess war die konstituierende Sitzung des mit hochkarätigen Expertinnen und Experten besetzten Fachbeirats des Clusters unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Nicole Eter vom Universitätsklinikum Münster und Dr. Michael Apel von der Miltenyi Biotec GmbH, Bergisch-Gladbach.

Starke Stellung in klinischer Forschung und Medizinwirtschaft

Dem Cluster Medizin.NRW kommt mit seinem Fokus auf Forschung und Entwicklung in der Medizin eine Schlüsselstellung in NRW zu. Mit seiner Arbeit soll das Cluster dazu beitragen, ein schlagkräftiges strategisches Netzwerk in der klinischen Forschung aufzubauen. Zentrale Akteure in diesem Netzwerk werden neben außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Unternehmen und weiteren zentrale Akteure im Gesundheitsbereich die universitären Fakultäten und die Universitätskliniken in NRW sein – Orte exzellenter medizinischer Forschung, Lehre und Krankenversorgung.
Rund um die Hochschulstandorte mit vielfältigen spitzenmedizinischen Exzellenzen haben sich forschungsintensive Institute und Unternehmen angesiedelt. In NRW haben zahlreiche biomedizinische und medizinwissenschaftliche Einrichtungen ihren Sitz, die Medizintechnologie-Branche wird zudem von kleinen und mittleren Unternehmen geprägt. Hinzu kommen etliche international erfolgreich agierende pharmazeutische und biotechnologische Unternehmen. Als Ballungsraum mit mehr als 17 Millionen Einwohnern bietet ihnen NRW eine ausgezeichnete Infrastruktur der Gesundheitsversorgung. Hier können Systemverbesserungen unter günstigen Bedingungen erprobt und etabliert werden.
Über seine medizinischen Forschungseinrichtungen ist NRW beispielsweise bei der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und den Bundesländern geförderten NAKO Gesundheitsstudie stark vertreten, der bislang umfangreichsten Erhebung im deutschen Gesundheitswesen. Etwa jeder siebte der bislang 200.000 Teilnehmenden dieser Langzeitstudie, die vor allem die großen Volkskrankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes in den Blick nimmt, kommt aus NRW. Drei der 18 bundesweiten Studienzentren der NAKO Gesundheitsstudie sind in NRW angesiedelt: in Düsseldorf, Münster und Essen. In jedem dieser Studienzentren werden rund 10.000 zufällig ausgewählte Teilnehmende wiederholt untersucht und befragt. Das Studienzentrum Essen ist eines von nur fünf Studienzentren der NAKO, an denen zusätzlich ein Ganzkörper-MRT durchgeführt wird.

Das Cluster Medizin.NRW

Das Cluster Medizin.NRW ist die Kompetenzplattform für strategische Partnerschaften im Bereich der innovativen Medizin in NRW. Es vernetzt die relevanten Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft. Das Cluster bietet Information, Beratung und Unterstützung sowie Überblick über Förderangebote. Zudem fördert es Netzwerke und Innovationen, die von Beginn an die Bedürfnisse der Patienten und Anwender in den Blick nehmen. Das Management des Clusters „Medizin.NRW“ hat der DLR Projektträger übernommen. Er verfügt über umfangreiche Erfahrungen mit der Förderung von Forschung, Bildung und Innovation sowie mit der Entwicklung von Strategien an der Schnittstelle von Wirtschaft, Wissenschaft und klinischer Anwendung von Forschungsergebnissen. Das Cluster wird finanziert aus Mitteln des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen sowie aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Dr. Günter Wrobel

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