Chronischer Schmerz: Betroffene gründen erste Selbsthilfegruppe für Dresden

Neben Vorträgen und Erfahrungsberichten zu den Themenfeldern „chronische Schmerzen“ und „Wege aus der Schmerzfalle“ steht an dem Vormittag die Gründung einer Selbsthilfegruppe für Dresden und Umgebung auf dem Programm. Ziel dieser Initiative ist es, zusätzliche Angebote zu etablieren, die Schmerzpatienten bei der körperlichen und seelischen Bewältigung ihrer chronischen Erkrankungen unterstützen.

In Deutschland leiden rund 2,2 Millionen Menschen an so starken chronischen, nicht-tumorbedingten Schmerzen, dass sie zu schweren körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen führen. – Dieses als Schmerzkrankheit bezeichnete Leiden bestimmt das Leben der Betroffenen. Als Vorreiter in Sachsen hat das Dresdner Uniklinikum vor gut 15 Jahren mit dem Universitäts SchmerzCentrum (USC) eine gezielte tagesklinische Behandlung von Menschen mit chronischen Schmerzen etabliert. Ausgangspunkt war und ist, dass diese Erkrankung sowohl physische als auch psychische Anteile aufweist. „Die im SchmerzCentrum angebotene interdisziplinäre, multimodale Therapie umfasst ärztlich-medizinische, psychotherapeutische, physiotherapeutische sowie kunsttherapeutische Komponenten, die eng miteinander abgestimmt sind und sich inhaltlich ergänzen“, sagt der Leiter des USC, Prof. Rainer Sabatowski.

Der Erfolg dieser zeitlich begrenzten Therapieangebote kann durch weitere Aktivitäten der Betroffenen verstärkt werden. Dazu gehört auch der persönliche Austausch unter Betroffenen. „In der Gruppe kann man sich eher öffnen und erfährt durch die ähnliche Situation viel Verständnis“, sagt Heike Norda, Vorsitzende des SchmerzLOS e.V. und selbst Betroffene. „Durch den Austausch in einer Selbsthilfegruppe gewinnen viele Teilnehmer an Selbstbewusstsein und können besser für sich selbst eintreten. Denn Nicht-Betroffene, selbst Familienangehörige, können sich oft nicht in unsere Situation hineinversetzen“, so Heike Norda weiter. Sie kommt am Sonnabend selbst nach Dresden und berichtet aus der Sicht einer Patientin über den Chronischen Schmerz und dessen Bewältigung. „Als informierte Patientin kann ich meine Erkrankung besser akzeptieren und bin in der Lage, auf Augenhöhe mit meinen Behandlern zu diskutieren und gleichberechtigt über die Therapien mitzuentscheiden“, erklärt die SchmerzLOS-Vorsitzende.

Zu dem Patientenforum „Was verstehen wir von Schmerz?“ laden Prof. Rainer Sabatowski und die Vereinigung aktiver Schmerzpatienten „SchmerzLOS e.V.“ ein. Die Veranstaltung findet statt am

Samstag, dem 26. August 2017, um 10.30 Uhr,
im Hörsaal 1 des Medizinisch-Technischen Zentrums,
Fiedlerstraße 42, 01307 Dresden.

Es referieren die Ärztin Dr. Anke Preissler sowie die Psychotherapeutin Dr. Ulrike Kaiser vom USC und Heike Norda, Vorsitzende der Vereinigung aktiver Schmerzpatienten SchmerzLOS e.V. Im Anschluss an die Vorträge kann mit den Experten diskutiert werden. Der Eintritt ist frei. Abschließend ist die Gründung einer neuen Selbsthilfegruppe für Schmerzpatienten in Dresden vorgesehen.

Kontakt für Journalisten
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Universitäts SchmerzCentrum
Leiter: Prof. Dr. med. Rainer Sabatowski
Telefon: 0351 / 458 59 83
E-Mail: schmerzambulanz@uniklinikum-dresden.de
www.uniklinikum-dresden.de/USC

Patientenorganisation SchmerzLOS e.V.
Vorsitzende: Heike Norda
Telefon: 0451 / 5854 4625
E-Mail: info@schmerzlos-ev.de
www.schmerzlos-ev.de

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