Chirurgie als Schnittstellenfach in der Medizin

Jena(31.05.10) Interdisziplinarität ist ein häufig genutzter Begriff in der wissenschaftlichen Arbeit – in der hoch spezialisierten modernen Medizin ist sie Notwendigkeit und Alltag. Für viele interdisziplinäre Behandlungsmodelle, zum Beispiel in krankheits- oder organbezogenen Zentren wie Transplantations- oder Gefäßzentren, ist die Chirurgie eine wichtige Schnittstelle.

„Wir wollen uns bewusster werden, was Interdisziplinarität konkret bedeutet und wie wir die Schnittmengen zur Inneren Medizin, Anästhesie, Radiologie etc. für unsere Patienten und uns noch sinnvoller nutzen können“, beschreibt Tagungspräsident Professor Utz Settmacher, Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum Jena, das Anliegen des Kongresses. So formulieren in einer Vortragssitzung zum Beispiel Gastroenterologen, Chirurgen und Anästhesisten, wie sie sich ihre Kollegen und Partner des jeweils anderen Faches vorstellen. Die Herausforderung, die die interdisziplinäre Behandlung älterer und mehrfach erkrankter Patienten darstellt, wird ebenso diskutiert wie die Abrechnung interdisziplinärer Zusammenarbeit gegenüber den Krankenversicherungen.

Das „Junge Forum“ gibt dem Ärztenachwuchs ein Podium, um eigene interdisziplinäre Fallbeispiele und Ergebnisse zu präsentieren. Die besten zwei Vorträge hier werden mit dem Guleke-Stipendium prämiert. Drei ebenfalls nach dem Jenaer Chirurgen Nikolai Guleke benannte Preise vergibt die Thüringische Chirurgische Gesellschaft an die besten wissenschaftlichen Arbeiten des vergangenen Jahres. Ergänzend zu den Vorträgen bietet der Kongress Workshops an, in denen sowohl niedergelassene und in Kliniken tätige Ärzte als auch Studierende moderne Untersuchungs-, Behandlungs- und Operationstechniken trainieren können.

Kontakt:
Prof. Dr. Utz Settmacher
Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie
Universitätsklinikum Jena,
Tel.: 03641/ 9 32 26 01
E-Mail: Utz.Settmachermed.uni-jena.de
(idw, 05/2010)

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