Chirurgen entwickeln optimierte Abläufe im Operationssaal

"Die rasante Entwicklung kann dazu führen, dass der notwendige Informationsaustausch nicht Schritt hält", erläutert Kongresspräsident Professor Dr. med. Reiner Gradinger, Ärztlicher Direktor des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München. "Wir müssen dorthin schauen, wo Kommunikation nicht auf dem hohen Niveau funktioniert, das wir uns als Ziel setzen." Lösungen aus der IT spielen dabei eine wichtige Rolle. Dazu gehört beispielsweise der direkte Informationsaustausch zwischen verschiedenen Versorgungsebenen: die digitale Dokumentation und Weitergabe von Patienten-Daten aus der Notaufnahme in den Operationssaal und weiter zur klinischen oder ambulanten Betreuung.

Moderne IT-Lösungen erlauben mittlerweile detailgetreue Simulationen im Operationssaal. Wie solche individuellen Arbeitsabläufe im Vorfeld geprobt werden, können Teilnehmer des Chirurgenkongresses im Operationssaal "orthoMIT" erleben. Dieser ist Teil des Branchentreffs conhIT, der vom 20. bis 22. April 2010 auf dem nahegelegenen Messegelände Berlin stattfindet. Teilnehmer des Chirurgenkongresses können mit ihren Tagungskarten auch conhIT-Veranstaltungen besuchen. Ein Shuttle-Service zwischen den beiden Tagungsorten unterstützt den Informationsaustausch.

Weitere Veranstaltungen des 127. Chirurgenkongresses informieren die rund 6000 teilnehmenden Ärzte und Wissenschaftler über aktuelle Sicherheitsstandards, die in den letzten Jahren erfolgreich in Deutschland eingeführt wurden. Dazu gehört beispielsweise eine weiterentwickelte WHO-Checkliste durch die chirurgische Universitätsklinik Greifswald. Diese stellt sicher, dass der verantwortliche Chirurg den Patienten davor persönlich sieht, den geplanten Eingriff überprüft und die Schnitte vorab markiert. Der Patient erhält dadurch Informationen, wie groß und an welchen Stellen die chirurgischen Schnitte sein werden. In Greifswald haben die Maßnahmen die Sicherheit und die Zufriedenheit der Patienten erhöht. Eine Studie zur WHO-Checkliste in acht Kliniken weltweit belegte außerdem, dass diese die Mortalitätsrate, die Infektionsrate und die Anzahl der Reoperationen signifikant senkt.

Die DGCH hat die Einführung und Erweiterung der Checkliste aktiv begleitet und frühzeitig ihren Mitgliedern nahegelegt, die Liste im Klinikalltag routinemäßig zu nutzen. Im Jahr 2005 hat der damalige Präsident Professor Dr. med. Matthias Rothmund, Marburg, das Thema "Patientensicherheit in der Chirurgie" öffentlich diskutiert und damit eine Erfolgsgeschichte für die Chirurgen initiiert. Dafür erhält er 2010 im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung den Rudolf-Zenker-Preis der DGCH. Auf der DGCH-Pressekonferenz am 21. April 2010 in Berlin werden Professor Rothmund und weitere Experten über die Aktivitäten für mehr Patientensicherheit informieren.

Terminhinweise:

DGCH-Pressekonferenz
Patientensicherheit
Mittwoch, 21. April 2010, 12.00 bis 13.00 Uhr, Ort: Raum 42, ICC Berlin

Kongresseröffnung
Dienstag, 20. April 2010, ab 17.45 Uhr, Ort: Saal 2, ICC Berlin

DGCH-Vortragveranstaltung
Kommunikationsoptimierung
Dienstag, 20. April 2010, 14.00 bis 15.30 Uhr, Ort: Dachgartenfoyer, ICC Berlin

DGCH-Vortragveranstaltung
conhIT Patientensicherheit durch IT
Mittwoch, 21. April 2010, 14.30 bis 16.00 Uhr, Ort: Saal 6, ICC Berlin

DGCH/CAQ-Vortragveranstaltung
Patientensicherheit
Donnerstag, 22. April 2010, 10.30 bis 12.00 Uhr, Ort: Saal 3, ICC Berlin

conhIT-Veranstaltung
Intuitive Tumordokumentation – damit die Dokumentation nicht zum Tumor wird
Donnerstag, 22. April 2010, 09.30 bis 11.00 Uhr
Ort: Halle 1.2, Saal 1, Messegelände Berlin (Shuttle-Service vom ICC)

Kontakt für Journalisten/Zur Akkreditierung:
Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH)
Pressestelle
Beate Schweizer
Postfach 30 11 20, 70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-295, Telefax: 0711 8931-167
E-Mail: Schweizer@medizinkommunikation.org
(idw, 04/2010)

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