Chemotherapie – ja oder nein?

(djd). Schockdiagnose Brustkrebs: Im Kampf gegen die Krankheit wollen Patientinnen natürlich möglichst alle medizinischen Chancen nutzen. Doch Brustkrebs ist nicht gleich Brustkrebs. Tumore sind in ihrer Biologie sehr unterschiedlich. Und das macht auch verschiedene Behandlungsansätze notwendig. So ist zwar in vielen Fällen eine Chemotherapie sinnvoll, oftmals jedoch ist eine weniger belastende antihormonelle Behandlung vollkommen ausreichend. Genau hier lag aber bislang ein Problem, weil sich oft nicht zweifelsfrei beantworten ließ, wer auf eine Chemotherapie mit ihren starken Nebenwirkungen verzichten könnte. Tatsächlich sind das sehr viele Patientinnen.

Ergebnis binnen 24 Stunden

Seit Herbst 2011 gibt es in Deutschland ein neues Testverfahren, das die biologischen Eigenschaften eines Tumors ermittelt. Professor Dr. Marion Kiechle, Direktorin der Frauenklinik des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München, erklärt: „Mit dem EndoPredict-Test wird anhand von Gewebeproben die Aktivität von zwölf Genen untersucht. Daraus wiederum lässt sich die Aggressivität des Tumors berechnen. Das gibt Aufschluss darüber, ob eine alleinige antihormonelle Behandlung ausreicht.“ Die Leistungsfähigkeit des Tests wurde durch zwei klinische Studien belegt. Er kann innerhalb eines Tages durchgeführt werden. Danach können Arzt und Patientin entscheiden, welche Behandlungsform im Einzelfall notwendig und erfolgversprechend ist. Übertherapien werden so vermieden.

Einfach beim Arzt nachfragen

Für Patientinnen ist es also wichtig zu wissen, dass der Test nach der Tumordiagnose und vor der Therapieentscheidung eingesetzt wird. Betroffene Frauen – statistisch erkrankt jede achte Frau in ihrem Leben an Brustkrebs – können einfach bei ihrem behandelnden Arzt oder im Brustkrebszentrum nachfragen. Das Verfahren wird bereits von vielen Kliniken angeboten. Genauere Informationen dazu gibt es unter http://www.endopredict.de im Internet.

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