Chemiker Prof. Dr. Christian Hackenberger von der Freien Universität wird ausgezeichnet

Hackenbergers Arbeitsgruppe gelang es kürzlich, das für die Alzheimer-Forschung höchst relevante Tau-Protein auf chemischem Wege herzustellen. Bei dem Tau-Protein handelt es sich um eine normale Komponente der Zelle, die jedoch vermehrt in Ablagerungen in Gehirnen von Alzheimer-Patienten beobachtet wird. Durch die Arbeiten von Hackenberger lassen sich nun molekulare Veränderungen des Tau-Proteins genauer untersuchen; damit können die für den Krankheitsprozess relevanten physiologischen Prozesse besser verstanden werden. In weiteren Arbeiten zeigten Christian Hackenberger und sein Team, dass Proteine als Gerüstsysteme für die Präsentation von biologisch und pharmakologisch wichtigen Molekülen verwendet werden können. Diese Arbeiten, die im Sonderforschungsbereich 765 „Multivalenz als chemisches Organisations- und Wirkprinzip“ gelangen, erlauben die Herstellung von hochaffinen molekularen Systemen, mit denen wichtige Ziele für die Infektionsforschung angesteuert werden können.

Christian Hackenberger studierte an den Universitäten Freiburg und Madison/Wisconsin (USA), wo er 1999 mit dem Master of Science abschloss. Er promovierte im Jahr 2003 an der RWTH Aachen. Nach einer Station als Postdoktorand am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge (USA) wechselte er 2005 an die Freie Universität Berlin, an der er eine Arbeitsgruppe im Emmy-Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft leitete und nach seiner Habilitation im Jahr 2011 auf eine Professur für Bioorganische Chemie berufen wurde. Seit Kurzem werden seine Arbeiten auch als erste Forschungsgruppe überhaupt von der Böhringer-Ingelheim-Stiftung im Perspektiven-Programm „Plus 3“ gefördert.

Seit 2008 ist Hackenberger Sprecher und damit Koordinator des integrierten Graduiertenkollegs „Multivalenz in Chemie und Biochemie“ im Sonderforschungsbereich 765 der Freien Universität und seit 2012 Sprecher des DFG Schwerpunktprogramms 1623 „Chemoselektive Reaktionen für die Synthese und Anwendung funktionaler Proteine“. Im vergangenen Jahr wurde Hackenberger mit dem Dozentenstipendium des Fonds der Chemischen Industrie geehrt; er erhielt außerdem den wichtigsten Preis für den wissenschaftlichen Nachwuchs der Deutschen Forschungsgemeinschaft, den Heinz-Maier-Leibnitz-Preis.

Weitere Informationen
Prof. Dr. Christian Hackenberger, Institut für Chemie und Biochemie der Freien Universität Berlin,
Telefon: 030 / 838-52451, E-Mail: hackenbe@chemie.fu-berlin.de

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