CBD – Anwendung und Wirkung bei Menschen

CBD

Immer häufiger taucht CBD auf – in den Medien, als Produkt in Drogerien, Apotheken und in den sozialen Medien. Jeder scheint es zu kennen, doch nur wenige wissen wirklich etwas darüber. 

CBD – Cannabidiol – wird aus der Hanfpflanze gewonnen. Hier befindet es sich vor allem in den Blüten, ist aber auch in geringer Menge in den Stengeln und Blättern der Pflanze enthalten. Im Gegensatz zum THC, welches medizinisch schon länger genutzt und mittlerweile von Ärzten auf Rezept verordnet werden kann, hat CBD keine berauschende Wirkung. Aus diesem Grunde fällt es nicht unter das Betäubungsmittelgesetz und ist in Deutschland als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen und daher frei verkäuflich. Seine Wirkung auf den menschlichen Körper und im Besonderen die schmerzlindernde Wirkung scheint nicht unbedeutend zu sein und der des THC nicht unbedingt nachzustehen. 

Wie funktioniert CBD im menschlichen Körper?

Das CBD im menschlichen Körper funktionieren und somit seine Wirkung entfalten kann, liegt an dem menschlichenEndocannabinoid-System. Hierbei handelt es sich um einen Teil des Nervensystems, welches aus zwei primären Zellrezeptoren besteht. Die CB1- und CB2-Rezeptoren sind dabei die Schlösser dieses Systems. 

Die Rezeptoren kann man sich tatsächlich wie „Schlösser“ vorstellen, die auf bestimmte „Schlüssel“ reagieren. Diese Schlüssel sind hierbei chemische Verbindungen – sogenannte Agonisten. Bindet sich ein passender Schlüssel an einen Rezeptor, wird eine Nachricht übermittelt und die Zelle damit zu einer bestimmten Tätigkeit veranlasst. Andersherum gibt es Stoffe im Körper, welche die Bindung der Agonisten an den Rezeptor blockieren, sodass auch damit eine Wirkung erzielt werden kann. 

Forscher haben entdeckt, dass:

CBD1-Rezeptoren hauptsächlich auf Nervenzellen angesiedelt sind.

CBD2-Rezeptoren hauptsächlich auf Zellen des Immunsystems vorkommen.

Zudem gibt es bereits Hinweise auf weitere noch nicht identifizierte Rezeptoren. 

Im Falle des CBD sind also die Cannabinoide die Schlüssel für diese beiden Rezeptoren. Cannabinoide werden zum einen selbst vom Körper produziert, können aber eben auch dem Körper zugeführt werden und ihre Wirkung entfalten. 

Cannabinoide die im Körper selbst produziert werden nennt man Endocannabinoide (endogen = den Ursprung im Körper habend). Sie sind sogenannte Neurotransmitter (Botenstoffe) und werden nur vom Körper produziert, wenn signalisiert wird, dass der Körper sie akut benötigt. Daher liegt die Annahme nahe, dass diese Neurotransmitter wichtige körperliche Funktionen und Muster steuern. Und es wird sogar davon ausgegangen, dass ein Mangel an Endocannabinoiden im Körper Ursache verschiedener Krankheiten sein kann und das chronische Schmerzen oder Krankheiten wie zum Beispiel die Fibromyalgie in engem Zusammenhang mit dem Cannabinoid-Spiegel im Körper stehen. 

Exogene Cannabinoide sind solche, die dem Körper zugeführt werden. Sie aktivieren das Endocannabinoid-System stärker als die körpereigenen Cannabinoide. 

Wenn man sich bewusst macht, wo es im menschlichen Körper überall CB1- und CB2-Rezeptoren gibt, wundert es nicht mehr, dass CBD ein so breites Spektrum an Anwendungsmöglichkeiten bereithält.

CB1-Rezeptoren

Man kann sie im ganzen Körper finden. Hauptsächlich sitzen sie jedoch im Gehirn und im Rückenmark, also im zentralen Nervensystem des Körpers. Sie sind vorwiegend in den Regionen vertreten, die mit den Verhaltensweisen eines Menschen verbunden sind. So zum Beispiel im Gehirn. Nämlich dort, wo der Appetit gesteuert wird oder die Verarbeitung von Erfahrungen stattfindet. Und sie sind in Nervenenden zu finden, wo sie das Schmerzempfinden steuern. 

CB2-Rezeptoren 

Sie befinden sich vorwiegend in Immunzellen, im Margen-Darm-Trakt und im peripheren Nervensystem. Werden die Rezeptoren aktiviert, lösen sie eine bestimmte entzündungshemmende Reaktion des Immunsystems aus. Es wird angenommen, dass diese Reaktion die Immunantwort des Körpers bei bestimmten Krankheiten steuert. 

Aufgrund der Tatsache, dass gerade Nerven- und Immunsystem durch CBD beeinflussbar sind, ist es einfach logisch, dass es in so vielen Bereichen Anwendung findet. Hierbei fungiert das CBD wie eine Unterbrechung eines „Stromkreises“. Wird der Botenstoffe für Schmerz ausgeschüttet, unterbricht CBD das Andocken des Stoffes an den Rezeptor. Es wird weniger Schmerz empfunden. 

Gegen was hilft CBD – Anwendungsgebiete

CBD soll im Körper schmerzlindernd, entzündungshemmend und entkrampfend wirken, was seine Anwendungsgebiete ziemlich umfangreich macht. 

2020 wurde von dem neuseeländischen Cannabis-Spezialist Graham Gulbransen eine Studie veröffentlicht. Dabei ging es um 4 Hauptschwerpunkte der Behandlung:

  • Schmerzen – Patienten mit rheumatischen Erkrankungen, Fibromyalgie, Migräne und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen
  • krebsbedingte Beschwerden – Übelkeit, Schmerzen, Stress
  • psychische Probleme – Ängste und Depressionen
  • neurologische Erkrankungen – Multiple Sklerose, Epilepsie, Neuropathien und Morbus Parkinson

Dabei waren von 400 Patienten 250 mit dem CBD sehr zufrieden. Deutliche Verbesserungen konnten bei verschiedenen Schmerzarten, Ängsten, Schlafstörungen und Depressionen verzeichnet werden.

2015 berichteten Forscher in Los Angeles davon, dass CBD als potenzielles Behandlungsmittel in der pädiatrischen Epilepsie Anwendung finden könnte. In einer durchgeführten Studie berichteten 85 Prozent aller Eltern der betroffenen Kinder von einer Verringerung der Anfälle und 14 Prozent bestätigten eine völlige Anfallsfreiheit. Außerdem wurde mit der Einnahme eine deutliche Verbesserung des Schlafs, der Stimmung und der Wachsamkeit festgestellt. 

2016 wurde in New York eine Studie durchgeführt, mit ähnlichen Ergebnissen. Seit längerem wird davon ausgegangen, das CBD entzündungshemmend wirkt, das Nervensystem schützt und das Wachstum von Nervengewebe fördert.

In mehreren kleineren Studien konnte nachgewiesen werden, dass Patienten mit der Parkinson-Krankheit unter der Einnahme von CBD ihre Lebensqualität deutlich verbessern konnten. 

Die umfangreichen komplexen Prozesse sind noch lange nicht ausreichend erforscht. Aber es gibt jetzt schon so viele Studien, die Hoffnung geben. Da das Endocannabinoid-System bei neurodegenerativen Erkrankungen eine große Rolle spielt, wird davon ausgegangen das CBD bei deren Behandlung ein großes Potenzial besitzt. 

In der University of Milan in Italien erläutern Forscher, dass bestimmte Ergebnisse darauf schließen lassen, dass CBD eine antipsychotische Wirkung besitzt und es daher zur Behandlung von Patienten mit generalisierten Angststörungen eingesetzt werden kann. 

Bei einer Studie mit Schizophrenie zeigte sich nach einer sechswöchigen Behandlung, dass die Patienten nicht nur weniger psychotische Symptome zeigten, sondern sich auch ihre kognitive Leistungsfähigkeit verbesserte.

Sehr interessante Ergebnisse ergaben die Studien zur Behandlung bzw. Vorbeugung von Krebs. Aufgrund seiner angstlösenden und entzündungshemmenden Wirkungen wird CBD gerne bei der Linderung von Beschwerden während der Chemotherapie eingesetzt. Dabei wurde dann zusätzlich herausgefunden, dass es antioxidativ wirkt und somit menschliche Zellen vor unerwünschten Mutationen schützen kann. 

CBD Wirkung kurz zusammengefasst

So wurden in den letzten Jahren immer mehr Studien durchgeführt, aufgrund derer Basis man von folgenden Einsatzgebieten ausgeht:

  • Reduzierung von autoimmunisierten Entzündungsvorgängen bei Diabetes Typ1
  • Heilung von Nikotinsucht
  • Unterdrückung von zu starkem Appetit
  • Beseitigung von Schlafproblemen
  • positive Wirkung auf Alzheimer
  • schmerzlindernd bei Arthrose, Arthritis bzw. viele andere Arten chronischer Schmerzen
  • entzündungshemmend – Darmentzündungen, Hauterkrankungen u.a. 
  • erhöht die Leistung der körpereigenen Abwehr
  • Regulierung der Körpertemperatur 
  • unterdrückt Brechreiz und Übelkeit
  • antirheumatisch Wirkung
  • antiseptische Wirkung
  • antibakterielle und antimykotische Wirkung

Die Einnahme von CBD Öl

Die Einnahme von CBD Öl erfolgt nicht, indem man die Tropfen einfach herunterschluckt. Das Öl wird für die Einnahme unter die Zunge getröpfelt und dort soll es etwas 1-2 Minuten verweilen, bevor man es herunterschluckt. So kann ein Teil des Öls bereits durch die Mundschleimhaut aufgenommen werden und gelangt damit schneller in den Blutkreislauf. 

Da Hanföl einen eigenen Geschmack besitzt, welcher von manchen als unangenehm und recht bitter, empfunden wird, wird es manchmal auch gleich hinuntergeschluckt. Dadurch wird sich der Eintritt der Wirkung dann etwas verzögern.

Im Zusammenhang mit Mahlzeiten muss im Grunde nur beachtet werden, dass sich bei der Einnahme auf vollem Magen die Wirkung verzögert. Ist der Magen bei der Einnahme leer, setzt die Wirkung dagegen schneller ein. 

Da bisweilen keine negativen Folgen einer längeren Einnahme von CBD Öl bekannt sind, kann eine länger andauernde Einnahme bedenkenlos erfolgen. Somit kann das CBD Öl seinen Platz bei den Nahrungsergänzungsmitteln behaupten und zum täglichen Wohlbefinden beitragen. 

Kuren mit CBD Öl können durchaus auch sinnvoll sein, zum Beispiel zur Unterstützung an besonders stressigen Tagen oder zur vorübergehenden Schmerzlinderung bei einer akuten Erkrankung. Genauso eignet es sich für Frauen zur Einnahme während der Regelblutung aufgrund seiner krampflösenden und schmerzlindernden Eigenschaften. Man könnte diese Aufzählung noch unendlich fortsetzen.  

Wie schnell wirkt CBD Öl?

Da es von mehreren Faktoren abhängt, wie schnell die Wirkung von CBD einsetzt, kann man diese Frage nicht pauschal beantworten. Viele Anwender berichten von einem spürbaren Einsetzen nach etwas 15-20 Minuten. Bei manchen, geht es jedoch auch schneller. Das sind eventuell die Anwender, die das CBD Öl eine Weile unter der Zunge halten.

Welches CBD Öl gegen Schmerzen?

Da es mittlerweile unzählige Erfahrungsberichte von Anwendern gibt, ist deutlich zu erkennen, dass mit 15-20 prozentigen CBD Ölen die besten Erfahrungen bei der Anwendung zur Schmerzlinderung erzielt wurden. Dabei liegt die Dosis bei 3 Mal täglich 3 Tropfen. Geht es jedoch um Schmerzen, welche durch Krebs oder eine andere lebensbedrohliche Erkrankung verursacht werden, wäre die maximale Dosis 800 mg pro Tag.

Zum Einstieg werden CBD Öle von 5-10 prozentiger Konzentration empfohlen. Es gibt aber auch Anwender die gleich mit höher konzentrieren Ölen starten. Auch hier kann es keine pauschalen Empfehlungen geben und oftmals hilft der Austausch mit anderen Anwendern mehr als jede Dosierungsanleitung. Einige berichten davon, dass sie mit höher konzentriertem CBD Öl angefangen haben und dann auf geringere Konzentration und Dosierungen zurückgegriffen wurde, weil sie damit besser zurechtkamen. 

Die meisten Hersteller haben ihre eigenen Dosierungsempfehlungen. An diese sollte man sich halten, um eine Überdosierung zu vermeiden. 

Im Grunde kann es keine allgemeine Richtlinie für genaue Dosierungen von CBD Öl geben. Dazu spielen zu viele Faktoren eine Rolle, wie zum Beispiel die Qualität und CBD Konzentration der einzelnen Öle sowie das Gewicht und der Stoffwechsel des Anwenders. 

Fazit

Auch wenn es immer noch keine ausreichenden fundierten medizinischen Erkenntnisse in Bezug auf CBD gibt, gehen die meisten Forscher von einem riesigen Potenzial des Wirkstoffes aus. Gesagt werden kann auch jetzt schon, dass es seine positive Wirkung bei Schmerzen und Entzündungen mehrfach unter Beweis gestellt hat. 

Wer daran interessiert ist aufgrund einer chronischen Erkrankung CBD Öl zur Schmerzlinderung einzusetzen, kann sich sicher auch mit seinem behandelnden Arzt verständigen, um ein passendes Öl zu finden und die Dosis für die Einnahme festzulegen. 

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