CARDIO-PREVENT – Greifswalder Spitzenforschung zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen

In der Endausbaustufe wird das gesamte DZHK mit über 40 Millionen Euro pro Jahr gefördert. Das Zentrum für Herz-Kreislaufforschung soll die leistungsfähigsten deutschen Einrichtungen für langfristige naturwissenschaftliche und klinische Forschung zusammenführen, um Ergebnisse der Grundlagenforschung rasch in die Prävention, Diagnose und Therapie zu überführen.

Das Greifswalder Projekt CARDIO-PREVENT (Cardiovascular Event Prevention Research Centre Greifswald) zielt auf die Verhinderung von Herz-Kreislauferkrankungen. Im Rahmen dieses Forschungsprojektes soll untersucht werden, wie sich Änderungen der Lebensgewohnheiten, wie zum Beispiel Ernährung und körperliche Aktivität, in der Normalbevölkerung und bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit und Herzmuskelschwäche auswirken. Dabei kann auf die langjährige Expertise in der Community Medicine, in der SHIP-Studie und im Gani_Med-Projekt zurückgegriffen werden.

„Aus Untersuchungen wie der SHIP-Studie wissen wir, dass es in Bevölkerung Vorpommerns ein hohes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen gibt. Solche Risikofaktoren sind unter anderem Bluthochdruck und Übergewicht. Es ist belegt, dass die Region bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zum Beispiel bei Herzinfarkt eine Spitzenposition einnimmt. Vorpommern eignet sich daher besonders für Präventionsstudien. Ziel des Projektes ist es, die Krankheitshäufigkeit dieser Risikofaktoren zu senken und die Entwicklung von Herz-Kreislauferkrankungen zu verhindern“, so Prof. Dr. Stephan Felix.

Durch Bevölkerungsstudien wie SHIP, GANI_MED und EARLINT wurde in Greifswald bereits eine hervorragende Basis für das Forschungsvorhaben geschaffen. Mit CARDIO-PREVENT sollen neue Methoden zur Vermeidung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen entwickelt und überprüft werden, die die individuelle Situation des Patienten berücksichtigt. Ziel ist es, die Entwicklung von Organschäden zu verhindern, eine Rückbildung von bereits entstandenen Organschäden zu erreichen und die Zahl klinischer Ereignisse zu reduzieren.

Im Rahmen des Forschungsprojektes werden eine Bevölkerungsstudie und eine Patientenstudie durchgeführt. Die erste Studie wird bei einer Kohorte von Frauen und Männern durchgeführt, die noch nicht an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden aber Träger von Risikofaktoren sind. In die zweite Studie werden Patienten eingeschlossen, die zum Beispiel bereits einen Herzinfarkt hatten oder an einer Herzmuskelschwäche leiden.

Für CARDIO-PREVENT werden umfangreiche Daten erhoben. So werden unter anderem ein Herz-MRT und Ultraschalluntersuchungen von Herz und Gefäßen durchgeführt. Es wird eine Biobank für Proben aus Vollblut, Blutplasma, Speichel und Urin eingerichtet. Die Proben werden mit modernen molekularbiologischen Methoden umfassend charakterisiert. Zusätzlich wird ein Register für Herz-Keislauf-Erkrankungen angelegt. Im nächsten Schritt soll eine Änderung des Lebensstils erreicht werden. Im Fokus stehen Ernährung, körperliche Aktivität, Rauchen und Alkoholgenuss. Die Teilnehmer der Untersuchungen sollen dabei zu einer Änderung ihrer Lebensweise motiviert und im weiteren Verlauf überwacht werden.

Die Universität Greifswald und das Universitätsklinikum Greifswald haben sich gemeinsam an einem Wettbewerb das BMBF beteiligt. In diesem Wettbewerb waren insgesamt vier Themen in der Gesundheitsforschung ausgeschrieben. Die Bundesregierung möchte die rasch zunehmenden Volkskrankheiten wirksamer bekämpfen können. Dem soll der Aufbau Deutscher Zentren der Gesundheitsforschung, in der außeruniversitäre und universitäre Forschungseinrichtungen als gleichberechtigte Partner zusammenarbeiten, dienen.
Greifswald hat sich als Standort für das ausgeschriebene Zentrum für Herz-Kreislaufforschung (DZHK) beworben. Das DZHK hat zum Ziel, die kardiovaskuläre Forschung der ausgewählten Exzellenzzentren zu vernetzen.

Folgende Einrichtungen der Medizinischen Fakultät, haben beim BMBF einen Antrag für das DZHK gestellt: Die Klinik für Innere Medizin B, Kardiologie (Sprecher des Greifswalder Verbundes: Prof. Stephan. Felix), das Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin (stellvertretender Sprecher: Prof. Ulrich John), das Institut für Community Medicine (Prof. Henry Völzke ; Prof. Wolfgang Hoffmann ), das Interfakultäre Institut für Genetik und Funktionelle Genomforschung (Prof. Uwe Völker), das Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (Prof. M. Nauck).

Ansprechpartner an der Universität Greifswald

Prof. Dr. Stephan Felix
Klinik und Poliklinik für Innere Medizin B
Friedrich-Loeffler-Straße 23a, 17475 Greifswald
Telefon 03834 86-6656
Telefax 03834 86-6657
InnereB@uni-greifswald.de

Prof.Dr. Ulrich John
Leitung , Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin
Rathenaustr. 48, 17475 Greifswald
Telefon 03834 86-7700
ujohn@uni-greifswald.de

Prof.Dr. Henry Völzke
Abteilung SHIP/KEF
Institut für Community Medicine
Rathenaustr. 48, 17475 Greifswald
Telefon 03834 86-7707
voelzke@uni-greifswald.de

Prof.Dr. Wolfgang Hoffmann
Institut für Community Medicine
Ellernholzstr. 1-2, 17487 Greifswald
Telefon 03834 86-7751
wolfgang.hoffmann@uni-greifswald.de

Prof.Dr. Uwe Völker
Abteilung Funktionelle Genomforschung
Interfakultäres Institut für Genetik und Funktionelle Genomforschung
F.-L.-Jahn-Str. 15a, 17489 Greifswald
Telefon 03834 86-5870
voelker@uni-greifswald.de

Prof.Dr. Matthias Nauck
Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin
Sauerbruchstr. , 17475 Greifswald
Telefon 03834 86-5500
matthias.nauck@uni-greifswald.de

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