Cannabis als Medizin gegen Rückenschmerzen

Rücken, Gesunder Rücken, Bandscheibenvorfall: Rückenschmerzen

Rückenschmerzen gehören in Deutschland schon seit jeher zu den sogenannten „Volkskrankheiten“. In vielen Fällen treten sie auf, wenn über viele Jahre hinweg, schwere körperliche Arbeiten verrichtet werden. Doch ebenso auch Arbeitskräfte in Büros und anderswo leiden aufgrund fehlender Bewegung oder schlechter Möbel an diesen Beschwerden. Dem DAK-Gesundheitsreport nach leiden rund 75% aller Bundesbürger mindestens einmal im Jahr an Rückenschmerzen. Einige davon natürlich auch an chronischen Schmerzen rund um die Wirbelsäule. Nun stellen sich viele die Frage, ob Cannabis als Medizin bei Rückenschmerzen eingesetzt werden kann? – Wir haben die Antwort für Sie.

Die zwei Hauptgruppen von Rückenschmerzen

Jeder von uns kennt sie – keiner mag sie. Schmerzen an der Wirbelsäule und im Rücken sind unangenehm und treten nicht selten plötzlich auf. Grundsätzlich wird jedoch zwischen zwei verschiedenen Beschwerden- bzw. Schmerzarten unterschieden. Da gibt es zum einen die sogenannten „Nicht-spezifischen Beschwerden“. Zu dieser Kategorie zählen Verspannungen sowie überdehnte oder verkürzte Muskeln. Diese Schmerzen können also keiner speziellen Krankheit zugeordnet werden. Zum anderen gibt es die „Spezifischen Rückenschmerzen“. Hierzu gehören Bandscheibenvorfälle, chronische Rückenschmerzen sowie andere Schäden am Rückgrat. Hier ist der Auslöser klar bekannt und manchmal auch in Verbindung mit einer anderen Erkrankung zu bringen.

Wie wirkt Cannabis als Medizin gegen Rückenschmerzen?

Es ist mittlerweile gut erforscht und weitläufig bekannt, dass Cannabis eine schmerzlindernde Wirkung auf den menschlichen Organismus hat. Nicht zuletzt deswegen wird die Heilpflanze zu therapeutischen Zwecken verordnet. Das liegt an den im Cannabis enthaltenen Cannabionoide. Bevor ein Schmerzimpuls im Gehirn als ein solcher wahrgenommen wird, muss dieser durch das Rückenmark geleitet werden. Dieses ist dazu in der Lage, bestimmte Schmerzen zu verstärken oder abzuschwächen. Genau in diesen Prozess, der auch als Torkontrolle bekannt ist, greifen das THC und CBD ein. Sie manipulieren den Vorgang, sodass der Schmerzimpuls an das Gehirn abgeschwächt wird. 

Unterschied zu anderen Schmerzmitteln

In der aktuellen Schulmedizin wird in der Regel auf andere konventionelle Schmerzmittel gesetzt. Deren Wirkung hat keinen Einfluss auf das Rückenmark, sondern auf andere Stellen im Nervensystem. Sie docken meist an die peripheren Nerven an. Diese führen entweder hin oder weg vom Rückenmark. Da die Cannabionoide an diesen Stellen nur eine sehr geringe Wirkung erzielen, können medizinischer Cannabis und andere Schmerzmittel in Kombination für eine Linderung sorgen. Ausgenommen davon sind Opioide, da diese die Schmerzweiterleitung vollständig außer Kraft setzen.

Chronische vs. Akute Rückenschmerzen

Bei der Behandlung von Wirbelsäulenschmerzen und Rückenschmerzen im Allgemeinen muss stets zwischen chronischen und akuten Schmerzen unterschieden werden. Denn grundsätzlich sind die Nervenbahnen im Rückenmark selbstständig dazu in der Lage, Schmerzen zu hemmen. Wenn diese körperliche Regulation aber gestört ist, spricht man von chronischen Schmerzen. Die Cannabis Blüten und Extrakte können dann dabei helfen, dass System wieder „funktionstüchtig“ zu machen und die Schmerzen zu hemmen. 

Kaum bis gegenteilige Wirkung

Bei akuten Rückenschmerzen, die durch eine falsche Haltung, äußere Umstände oder Überbelastung hervorgerufen werden, wirkt medizinischer Cannabis oft nur bedingt. Schließlich ist die Wirkungsweise von Cannabionoiden im Rückenmark äußerst komplex. In einem solchen Fall ist es nicht selten, dass die erwünschte Wirkung nur kaum oder gar nicht eintrifft. Gleichzeitig steigt jedoch das Risiko, dass die Extrakte im Cannabis die entgegengesetzte Wirkung erzielen. Also die Schmerzen deutlich verstärkt werden, da in ein funktionierendes System eingegriffen wird.

Cannabis bereits bei anderen Schmerzen im Einsatz

Viele Studien und Testberichte bestätigen die wohltuende Wirkung von Cannabis in Bezug auf Schmerzen im Rücken. Die Heilpflanze wird selbstverständlich auch erfolgreich bei der Therapie von Arthrose und dem LWS-Syndrom eingesetzt. Eine Cannabis-Therapie zur Schmerzlinderung ist theoretisch also immer möglich und muss vom Hausarzt des Vertrauens abgesegnet werden. Gerade bei chronischen Schmerzen stehen die Chancen gut, eine Medikation mit Cannabis zu erhalten. 

Fazit: Cannabis bei chronischen Rückenschmerzen kann helfen

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Medizinalcannabis und seine schmerzlindernde Wirkungen sehr komplex sind. Bei chronischen Rückenschmerzen und Problemen mit der Wirbelsäule können Sie die Schmerzweiterleitung hemmen. Dies funktioniert jedoch nur, da die natürliche Schmerzregulation vom Organismus selbst nicht mehr gewährleistet werden kann. Bei akuten Rückenschmerzen hingegen könnte jedoch auch das Gegenteil eintreten und die Schmerzen können sogar noch verstärkt werden. 

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