Burgverliese und Dampfmaschinen

(djd). Kinder und Museum – das passt nicht, könnte man glauben. In Plau am See stimmt das allerdings nicht. Der kleine Ort in der Region Mecklenburgische Seenplatte punktet nicht nur mit seinen vielfältigen Urlaubsangeboten gerade für Familien mit Kindern, sondern verfügt über ein Museum, in dem sich auch die Jugend garantiert nicht langweilt. Im ehemaligen Plauer Schloss aus dem Spätmittelalter bieten sich zum einen interessante Einblicke in die Zeit des Raubrittertums im Dreißigjährigen Krieg, zudem befindet sich darin ein einzigartiges Heimat- und Technikmuseum. Alle Informationen dazu gibt es unter http://www.plau-am-see.de oder unter http://www.burgmuseum-plau.de.

Auf den Spuren der alten Raubritter

Der historische Bergfried ist der letzte noch bestehende Teil einer im Jahr 1449 errichteten Wehranlage. Während des Dreißigjährigen Kriegs bot sie Schutz vor den Angriffen der Schweden und Sachsen sowie vor den Raubzügen der Brandenburger Ritter. Mit Ende des Krieges wurde die Wehranlage geschleift – einzig der Burgturm blieb von diesem Schicksal verschont. Bis 1985 wurde der Turm nicht genutzt und bot vor allem den Plauer Kindern einen spannenden Abenteuerspielplatz. Einige engagierte Bewohner von Plau machten es sich dann im Jahr 2000 zur Aufgabe, den Turm zu sanieren und ihn für Besucher attraktiv zu gestalten. Heute ist er ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen. Mit seinen drei Meter dicken Wänden, einem elf Meter tiefen Verlies sowie seiner intakten Turmuhr aus dem Jahr 1581 bietet er ein sehenswertes Erlebnis.

Zeugnis der technischen Entwicklung

In einer im Jahr 2000 von den Museumsfreunden Plau am See liebevoll restaurierten Scheune im Burghof findet sich eine der schönsten Ausstellungen zu Handwerk und Industrie des 19. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt steht Dr. Ernst Alban, der in Plau wirkende Erfinder der Hochdruckdampfmaschine. Ein voll funktionstüchtiger 1:2-Nachbau (das Original steht im Deutschen Museum in München) seines ersten Projekts ist hier zu sehen. Auch viele weitere, bis heute lauffähige Maschinen, etwa eine Druckmaschine oder eine Schuhnagelmaschine, können besichtigt werden.

Auf Kinder wartet eine besondere Überraschung: Auf einer historischen Druckmaschine können sie sich selbst die Dorfhexe Plaulina oder den Burgturm auf einer Karte als Malvorlage aufdrucken und als Erinnerungsstück mit nach Hause nehmen. Eine weitere Teilausstellung beschäftigt sich mit dem bekannten Flieger August von Parseval: 1910 startete sein erstes Wasserflugzeug am Plauer See. Das Museum ist 2014 ab Ostern bis zum 31. Oktober täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Scroll to Top