Bundesweiter Start der „Nationalen Kohorte“

Mit der NAKO startet ein nationales Projekt von besonderer Tragweite und Dimension: Bund und Länder sowie die Helmholtz-Gemeinschaft finanzieren die Studie mit 210 Millionen Euro. Insgesamt sind 25 Forschungseinrichtungen beteiligt, die 18 Studienzentren eingerichtet haben. Was macht uns krank? Wie können wir uns vor Krankheiten schützen? Und warum werden bestimmte Menschen häufiger krank als andere? Zur Beantwortung dieser Fragen werden 200.000 Personen im Alter von 20 bis 69 Jahren in Deutschland über einen Zeitraum von 20 Jahren medizinisch untersucht und zu Lebensgewohnheiten sowie sozialem Umfeld befragt. Dadurch wollen die Forscher Ursachen und Risikofaktoren für Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs oder Diabetes ergründen.

Der Schwerpunkt der Untersuchungen in Hannover sind Infektionskrankheiten. „Wir bringen unsere Expertise in der Infektionsforschung in die Studie ein“, sagt Prof. Gérard Krause, Leiter der Abteilung Epidemiologie am HZI. Welche Faktoren begünstigen Infektionen? Welche Spätfolgen können sie haben? Fragestellungen wie diese wollen Krause und seine Mitarbeiter im Rahmen der bundesweiten Studie klären.
„Wir haben in den nächsten Jahren durch die Nationale Kohorte die große Chance, einen enormen Wissensschub im Kampf gegen Volkskrankheiten wie Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erzielen“, sagt Forschungsministerin Wanka. „Ich möchte nunmehr alle Bürgerinnen und Bürger, die einen Brief von der Nationalen Kohorte erhalten, dazu ermuntern, sich an der Studie zu beteiligen. Denn die Aussagekraft der Studienergebnisse ist umso höher, je mehr Bürgerinnen und Bürger sich aktiv beteiligen – und davon profitieren wir in Zukunft alle.“

Auch Dr. Yvonne Kemmling, Leiterin des Studienzentrums Hannover, appelliert an die Bürger: „Wir sind den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Studie sehr dankbar für die Zeit, die sie opfern und für das Vertrauen, das sie uns entgegenbringen“, sagt Kemmling. Beim ihrem Besuch im Studienzentrum durchlaufen die Probanden ein mehrstündiges Untersuchungsprogramm. Dieses umfasst neben Riechtests oder der Messung der Handgreifstärke ebenso Blutdruckmessungen und EKG-Untersuchungen. „Wir legen besonderen Wert auf eine persönliche und individuelle Betreuung der Studienteilnehmer. Sie sollen sich bei uns wohlfühlen. Schließlich möchten wir, dass sie wiederkommen“, sagt Kemmling.

Auf die kontinuierliche Mitwirkung der Probanden sind Kemmling und ihre Kollegen angewiesen, denn über die zwanzigjährige Laufzeit der Studie hinweg werden die Teilnehmer im Abstand von mehreren Jahren immer wieder in das Studienzentrum eingeladen. In Hannover wie auch den anderen Studienzentren hofft man, so langfristig zur Erkennung und Prävention vieler Volkskrankheiten beizutragen. Das Motto der Nationalen Kohorte gibt das große Ziel vor: Gemeinsam forschen für eine gesündere Zukunft.

Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung:
Am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) untersuchen Wissenschaftler die Mechanismen von Infektionen und ihrer Abwehr. Was Bakterien oder Viren zu Krankheitserregern macht: Das zu verstehen soll den Schlüssel zur Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe liefern.

Die Nationale Kohorte:
Gemeinsam forschen für eine gesündere Zukunft, das ist der Leitgedanke der Nationalen Kohorte (NAKO), der zurzeit größten Bevölkerungsstudie in Deutschland. Finanziell gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, 14 Bundesländern und der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. Weitere Informationen finden Sie unter

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