Bundesweite BRCA-Tour der Deutschen Stiftung Eierstockkrebs macht Station in Greifswald

Ziel der Stiftungsarbeit ist seit 2010 eine umfangreiche Informationsarbeit und Aufklärung über Eierstockkrebs sowie eine weitreichende Forschungsarbeit zu dieser Krebserkrankung. Die Veranstaltung richtet sich vor allem an alle Betroffenen, Angehörige und Ärzte sowie weitere Interessierte, die wie die Vertreter der Medien recht herzlich eingeladen sind (Institut für Pharmakologie, Felix-Hausdorff-Str. 3, ab 17 Uhr). Der Eintritt ist frei.
Die Rolle einer BRCA-Genmutation ist spätestens durch die Schauspielerin Angelina Jolie, die selbst Trägerin einer erblich bedingten BRCA-Genmutation ist, weltweit bekannt geworden. Doch welche Rolle spielt diese Genveränderung, wenn eine Frau bereits an Eierstockkrebs erkrankt ist? Welche Chancen und Möglichkeiten eröffnen sich Betroffenen mit einer solchen Genveränderung in Bezug auf die Behandlung und die weitere Prognose?

Eierstockkrebs in den Fokus der Öffentlichkeit rücken

„Wir möchten das wichtige Thema stärker in den Focus rücken, da gerade für erblich vorbelastete Familien sehr gute Möglichkeiten der Vorsorge bestehen“, betonte der Direktor der Universitätsfrauenklinik, Professor Marek Zygmunt. „Je eher eine Erkrankung festgestellt wird, umso größer sind die Heilungschancen. Gentests können für Klarheit sorgen.“
Der Informationstag an der Universitätsmedizin Greifswald (s. Programm) wird um 17 Uhr mit der berührenden filmischen Dokumentation „Stilles Erbe oder Zufall?“ über einen langen Erkrankungs- und Therapieverlauf bei Eierstockkrebs eröffnet. Dieser zeigt auch sehr emotional auf, wie sich eine Diagnose auf die Familie auswirken kann, falls eine erbliche Genveränderung vorliegt. Im Anschluss soll in leicht verständlichen Vorträgen über das Thema der möglichen genetischen Vorbelastung sowie Vorsorgemaßnahmen und Therapieformen informiert werden. Dazu werden auch betroffene Frauen erwartet, die über ihre Erfahrungen berichten und Mut machen möchten.

Im zweiten Teil sollen vor allem niedergelassene Ärzte umfassende Informationen über die Problematik erhalten. Als Expertin wird neben den Krebsspezialisten und Humangenetikern der Universitätsmedizin Greifswald (UMG) auch die renommierte Vorstandsvorsitzende der Stiftung Eierstockkrebs, Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen, als Referentin erwartet.

Mit rund 69.000 Neuerkrankungen jährlich ist Brustkrebs die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Etwa 30 von 100 Brustkrebspatientinnen sind familiär vorbelastet. Bei bis zu zehn von 100 Patientinnen liegt tatsächlich eine Genveränderung vor, die auch das Risiko für Eierstockkrebs und andere Tumorerkrankungen erhöhen kann. Der Eierstockkrebs zählt mit mehr als 7.000 Fällen jährlich zur zweithäufigsten bösartigen Erkrankung der weiblichen Geschlechtsorgane und ist mit einer hohen Sterblichkeit verbunden.

Veränderungen der Brustkrebs-Hochrisiko-Gene können sehr gut im Blut nachgewiesen werden. Die Universitätsmedizin Greifswald gehört unter Federführung des Institutes für Humangenetik einem deutschlandweitem Verbund von 18 universitären Zentren an, in dem betroffene Patientinnen und Ratsuchende mit einer familiären Belastung für Brust- und Eierstockkrebs eine optimale Betreuung erhalten.

*Was ist BRCA?
Der Begriff BRCA – abgeleitet und abgekürzt von BReast Cancer – stammt aus dem Englischen und bedeutet Brustkrebs. Studien zeigen, dass es Fälle von Brust- und Eierstockkrebs gibt, die innerhalb einer Familie nur eine Frau betreffen. In diesem Fall spricht man von sporadischem Krebs. In anderen Familien jedoch tritt die Erkrankung gehäuft, bereits in frühem Alter oder in Kombination mit Brustkrebs auf. Wenn in diesen Familien oder auch bei einer sporadisch im Alter von unter 79 Jahren Erkrankten mit einem Gentest nachgewiesen werden kann, dass die Tumordisposition vererbt wird, spricht man von genetischem oder erblichem Brust- oder Eierstockkrebs. Diese Familien werden als Hochrisikofamilien bezeichnet.

Weitere Infos: Greifswalder Zentrum Familiärer Brust- und Eierstockkrebs

Informationstag der Deutschen Stiftung Eierstockkrebs für Ärzte, Patientinnen
und Angehörige
Mittwoch, 17. Oktober 2018
Institut für Pharmakologie, Felix-Hausdorff-Str. 3, Seminarraum 3/4, Greifswald

17:00 Uhr | Experten informieren Betroffene

Filmpräsentation „Stilles Erbe oder Zufall?“

Im Anschluss Impulsvorträge, Podiumsgespräch und Diskussionsrunde

„Eierstockkrebs – selten, aber schwierig für die Patientin“
Prof. Dr. Alexander Mustea // Frauenklinik UMG
„Ist mein Krebs erblich?“
Prof. Dr. Ute Felbor // Institut für Humangenetik UMG
„Eierstockkrebs – Therapie und Rehabilitation“
PD Dr. Dominique Könsgen // Frauenklinik UMG
„Was kann ich selber tun? Selbsthilfe und BRCA-Netzwerk“
Stephanie Arndt // BRCA-Netzwerk e.V.
„Entscheidungsspielraum im Behandlungsnetz – Beispiel BRCA-Gentest“
Kathrin Lubig // Betroffene
18:30 Uhr | Imbiss und Get together

19:00 Uhr | Experten informieren Ärzte

Fachvorträge

„BRCA-Gentest: Was/Wann/Wie?“
Prof. Dr. Ute Felbor // Institut für Humangenetik UMG
„Aktuelle Studien zum Ovarial-Ca.“
Dr. Dominika Trojnarska // Frauenklinik UMG
„Rehabilitation nach Onkologischen Therapien“
Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen // Kreiskrankenhaus Wolgast

Weitere Informationen und Anmeldung unter

Ansprechpartner Universitätsmedizin Greifswald
Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Direktor: Prof. Dr. med. Marek Zygmunt
Ferdinand-Sauerbruch-Straße, 17475 Greifswald
T +49 3834 86-65 00
E frauenklinik@uni-greifswald.de

Instagram/Twitter @UMGreifswald

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