Bundesgesundheitsminister beruft Prof. Petra Thürmann in den Sachverständigenrat

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr hat heute in Berlin Frau Prof. Petra Thürmann, Lehrstuhlinhaberin an der Universität Witten/Herdecke (UW/H) und Chefärztin für Pharmakologie am HELIOS Klinikum Wuppertal, in den Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen berufen. Die Wuppertaler Pharmakologin wird damit Mitglied des siebenköpfigen Gremiums, das durch seine Gutachten wichtige Impulse zur Reform des Gesundheitssystems setzt.

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen hat die Aufgabe, Gutachten für den Bundestag über die Entwicklung in der gesundheitlichen Versorgung zu erstellen. Sowohl medizinisch als auch wirtschaftlich sollen so Möglichkeiten und Wege zur Weiterentwicklung des Gesundheitswesens aufgezeigt werden. Da Arzneimittel eine wichtige Rolle im Gesundheitswesen spielen, kann Frau Prof. Thürmann als Pharmakologin Entwicklungen im Pharmasektor umfassend bewerten und ihre Expertise einbringen.

„Wir gratulieren Frau Prof. Thürmann zu dieser Auszeichnung“, sagte UW/H-Sprecher Dr. Eric Alexander Hoffmann. „Sie zeigt die Wertschätzung, die ihre exzellente Forschungsarbeit auch im Bundesgesundheitsministerium genießt. Für die Universität und ihre Studierenden ist sie ein absoluter Glücksfall.“

Die Geehrte selbst sagte: „Ich freue mich sehr über die Aufnahme in dieses Gremium und betrachte sie als konkreten Arbeitsauftrag, gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen im Sachverständigenrat Möglichkeiten und Wege zur Weiterentwicklung des Gesundheitswesens aufzuzeigen.“

Frau Prof. Thürmann hat als Pharmakologin bundesweites Renommee erlangt und verfügt über weitreichende Gremienerfahrung. Bereits 2002 war sie Mitglied in der Kommission, die eine Arzneimittel-Positivliste erarbeitet hat. Im vergangenen Jahr sorgte Sie mit einem Forscherteam mit der Vorstellung der Priscus-Liste (Priscus = altehrwürdig) für bundesweites Aufsehen. Die Liste führt potenziell gefährliche Medikamente für ältere Menschen auf und soll Ärzten als Orientierung dienen. Eine vergleichbare Zusammenstellung hatte es zuvor in Deutschland nicht gegeben.

Prof. Thürmann bekleidet an der UW/H den Lehrstuhl für Klinische Pharmakologie. Zudem leitet die 51-Jährige als Chefärztin und Direktorin des Philipp Klee-Instituts am HELIOS Klinikum Wuppertal die Beratung bei und Erfassung von unerwünschten Arzneimittelwirkungen und unterstützt bei Planung und Durchführung von klinischen Studien.

Hintergrund Sachverständigenrat:
Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen hat die Aufgabe, im Abstand von zwei Jahren Gutachten zu erstellen und in diesem Rahmen

• die Entwicklung in der gesundheitlichen Versorgung mit ihren medizinischen und wirtschaftlichen Auswirkungen zu analysieren,
• unter Berücksichtigung der finanziellen Rahmenbedingungen und vorhandenen Wirtschaftlichkeitsreserven Prioritäten für den Abbau von Versorgungsdefiziten und bestehenden Überversorgungen zu entwickeln,
• Vorschläge für medizinische und ökonomische Orientierungsdaten vorzulegen, sowie
• Möglichkeiten und Wege zur Weiterentwicklung des Gesundheitswesens aufzuzeigen.

Der nächste Bericht wird im Frühjahr / Sommer 2012 erscheinen. Er wird dem Bundestag über das Bundesgesundheitsministerium zugeleitet.

Die Empfehlungen des Gremiums sind in der Vergangenheit schon häufig vom Gesetzgeber aufgegriffen worden, z.B. die Kassenwahlfreiheit, die Einführung eines Risikostrukturausgleichs, die Förderung der ambulanten Pflege durch die Steigerung der Leistungsstufen und eine Dynamisierung der Leistungen, die Verbesserung der Versorgung Dementer oder der Ausbau von Präventions- und Rehabilitationsleistungen.

Weitere Informationen zum Sachverständigenrat finden Sie hier: www.svr-gesundheit.de
Weitere Informationen zu Frau Prof. Thürmann finden Sie hier: www.uni-wh.de/universitaet/personenverzeichnis/details/show/Employee/thuermann/details/vita/
Weitere Informationen zur UW/H finden Sie hier: www.uni-wh.de

Über uns:
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