Bundesgesundheitsblatt im Juni und Juli: Themenhefte Lebensmittelunverträglichkeiten

Allergien entstehen aus einem „Irrtum“ des Immunsystems. Es reagiert auf letztlich harmlose Stoffe mit unange­messenen und krank machenden Abwehrreaktionen. Viele Birkenpollenallergiker kennen das Problem, auch auf bestimmte Lebensmittel allergisch zu reagieren. Bestimmte Formen der Lebensmittel­allergie, wie die gegen Erdnüsse, können sogar lebensbedrohlich werden. Nicht mit einer Allergie verwechseln sollte man Lebensmittelunverträg­lichkeiten wie die auf Milchzucker (Laktose­intoleranz – im Gegensatz zur Milcheiweißallergie) oder Histamin.

Das erste Schwerpunktheft bietet einen Einstieg in die komplexe Thematik der Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die von den Grundlagen allergischer Reaktionen über alters- und geographische Besonderheiten bis zu den nichtallergischen Unverträglichkeitsreaktionen reicht.

Die Autoren der ersten beiden Artikel bieten zunächst einige allgemeine Informationen an. Was ist überhaupt der Unterschied zwischen Nahrungsmittelallergie und Nahrungsmittelunverträglichkeit? Welche Faktoren können die Entstehung einer Lebensmittelallergie beeinflussen? Welche Zellen des Immunsystems spielen eine aktive Rolle bei allergischen Entzündungsreaktionen? Kenntnisse über immunologische Grundlagen sind eine wichtige Voraussetzung, will man neue Diagnostik und Therapiemethoden entwickeln.

Vier Artikel beleuchten das Alter der Betroffenen und regionale Aspekte dieser Erkrankungen. Viele Eltern möchten wissen, was zu den häufigsten Auslösern von Nahrungsmittelallergien im Kindesalter gehört, wie man solche Allergien erkennen und behandeln kann. Ist es vielleicht sogar möglich, die Allergie wieder aufzuheben, indem eine Toleranz gegen das Allergen erzeugt wird, also den Bestandteil des Nahrungsmittels, der die Allergie verursacht? Diese Fragen gelten gleichermaßen für Erwachsene, worauf der zweite Beitrag eingeht. Der dritte und vierte Artikel bieten einen Überblick über die geografische Verteilung von Lebensmittelallergien in Europa. Thema ist auch, dass Verzehrgewohnheiten von Bevölkerungsgruppen einen Einfluss auf die Entstehung von Lebensmittelallergien haben, aber auch das Vorhandensein von bestimmten Pollenarten. Auch die Haut wird als ein möglicher Weg der Sensibilisierung gegenüber einem Allergen diskutiert.

Schließlich beschäftigt sich das erste Themenheft mit nicht-allergischen Lebensmittelunverträglichkeiten. Bei diesen Reaktionen handelt es sich nicht um grundlegende immunologische Störungen. Es kann sich beispielsweise um Probleme handeln, die auf Enzymdefekte zurückgehen, wie bei der Laktoseintoleranz (Probleme mit der Verwertung von Zucker). Bei anderen Formen wie der Histaminunverträg­lichkeit liegt kein definierter Enzymdefekt vor. Insbesondere in diesen Fällen ist in der Praxis die ausführliche Beratung und Begleitung von Patienten mit Unterstützung einer Ernährungsfachkraft eine wichtige Basis, um ihnen zu helfen.

Der letzte Text der Schwerpunktreihe im Juni-Heft gibt eine Übersicht über die Rolle von „Zusatzstoffen“ – sowohl in verarbeiteten Lebensmitteln als auch als natürlich vorkommende Lebensmittelbestandteile – als Auslöser einer Unverträglichkeitsreaktion.

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