Brasiliens Parlament schränkt Schutzregelungen für den Regenwald ein

Satellitenbildauswertungen des Staatlichen Institutes für Weltraumforschung (Inpe) hatten bereits eine deutlich verstärkte Aktivität von meist illegalen Abholzungen festgestellt. Besonders betroffen sei der Bundesstaat Mato Grosso, wo die Waldzerstörung von August 2010 bis April 2011 um 43 Prozent gestiegen sei. „Diese Bilder zeigen nur, was uns in den kommenden Jahren erwarten wird.“ sagt Dr. Christoph Knogge, der für das Institute of Ecological Research IPE in Brasilien die Auswirkungen von Waldzerschneidung auf die Ausbreitung von Tieren untersucht hat. „Das neue Gesetz sieht auch vor, in der Vergangenheit stattgefundene illegale Rodungen im Nachhinein zu legitimieren.“ Bisher waren die Verantwortlichen verpflichtet, dafür einen Ausgleich zu schaffen, dies wird nun erlassen. „Man kann davon ausgehen, dass die Verantwortlichen der Rodungen in der Mato Grosso sich schon in Sicherheit fühlten.“ sagt Knogge. Forscher in Brasilien beschweren sich, dass das neue Gesetz mit dem Argument durchgesetzt wurde, die alten Regelungen hätten nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert. Dabei seien die neuen Regelungen aus Forschungssicht unvernünftig und widersprächen zudem internationalen Abkommen wie z.B. dem Übereinkommen über die Biologische Vielfalt CBD. Hier hatte die Staatengemeinschaft mit Brasilien noch letzten Herbst verstärkte Anstrengungen zum Waldschutz beschlossen.

Im NeFo-Themenpaket stellen wir deutsche Forschung zu den Auswirkungen von Entwaldung auf die vielfältigen Ökosystemfunktionen und -dienstleistungen der Regenwälder vor. Experten machen dazu Vorschläge zu alternativen Nutzungsformen.
Themen sind u.a. Auswirkungen auf die Funktionen der Wälder als Kohlenstoff- und Wasserspeicher, die Selbsterhaltungsfunktion des Ökosystems durch Tiere sowie Kipp-Punkte, an denen zu starke Störung schlagartig zum totalen Wandel führt.

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