Brandenburg zwitschert auf der Grünen Woche

Gemeinsam mit dem Julius Kühn-Institut (JKI) bestreitet das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V. einen Messestand auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin. In der Halle des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz stellen die Wissenschaftler das Spannungsfeld zwischen Landwirtschaft und Artenschutz vor. Sie stellen sich den relevanten Brandenburger Fragen nach den Zusammenhängen zwischen der unterschiedlichen Bewirtschaftung von Flächen und der jeweiligen Artenvielfalt. Beispielhaft wird dieser Zusammenhang an der Vielfalt und Population bestimmter Vogelarten untersucht.
An einer Hörsäule können sie dem Gesang einiger geflügelter Bewohner der historisch gewachsenen Kulturlandschaft lauschen. Die Vögel sind ihren Lebensräumen (Acker, Grünland, Hecken) zugeordnet.
Zugrunde liegt diesem Infostand das gemeinsame Forschungsprojekt „Biodiversität in Ackerbaugebieten“. Auf Grundlage der Ergebnisse erarbeiten ZALF und JKI Empfehlungen, wie sich die Artenvielfalt in der Kulturlandschaft erhalten oder steigern lässt, ohne dabei die Bedürfnisse der Landwirtschaft zu vernachlässigen.
Zu den empfohlenen Maßnahmen gehören z. B.
– Anlage und Pflege von breiten Randstreifen, z.B. entlang von Hecken und an Kleingewässern,
– bewusstes Brachlegen von Teilflächen der Äcker (Feldlerchenfenster) oder die Anlage von Blühstreifen in den Äckern
– Erhöhung der Fruchtartenvielfalt und sinnvoller Wechsel der Fruchtarten
– extensive Nutzung von Weideflächen z.B. durch Verzicht auf Düngung
Hintergrundfakten:
In Deutschland werden rund 19 Mio. Hektar landwirtschaftlich genutzt. 70 % werden als Ackerland und 30 % als Grünland bewirtschaftet. Diese landwirtschaftlichen Flächen haben vielfältige Funktionen über die Erzeugung von Nahrungs- und Futtermitteln hinaus etwa für den Klimaschutz und für die Erhaltung der Artenvielfalt. Historisch gewachsenen Kulturlandschaften sind zudem wichtige Erholungsräume für die Menschen.
Ein großer Teil der in Deutschland vorkommenden etwa 72.000 Tier- und Pflanzenarten lebt auf landwirtschaftlichen Nutzflächen und in angrenzenden Biotopen. In Ackerbaugebieten gibt es 350 Pflanzenarten und weitere spezialisierte Arten, die hier ideale Lebensbedingungen finden. Ähnliches gilt für Grünlandflächen. Die Art und Intensität der Bewirtschaftung der Flächen hat einen großen Einfluss auf die Artenvielfalt.

HALLE 23a im Bereich „Biologische Vielfalt“

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