BMBF fördert UKE-Projekt zur Experimentellen Radioonkologie mit 2,1 Millionen Euro

Bei einer Bestrahlung wirkt sich die Energie auf viele Vorgänge in der Zelle aus; insbesondere werden Schäden in der Erbsubstanz, der DNA, gesetzt, die zum Verlust der Teilungsfähigkeit der Zellen und damit zum Absterben führen können. Menschliche Zellen verfügen über ein komplexes und sehr effektives Netzwerk, Schäden an der DNA zu erkennen und erfolgreich zu reparieren. Tumorzellen haben diese Fähigkeit nicht mehr, sie unterscheiden sich hinsichtlich dieses Netzwerkes sehr deutlich von normalen Körperzellen. Prof. Dikomey: „Primäres Ziel unseres Forschungsvorhabens ist es, diese tumorspezifischen Veränderungen zu erfassen und die dafür verantwortlichen molekularen Mechanismen aufzuklären“.

Darauf aufbauend wollen die Grundlagenforscher in Kooperation mit den Ärzten der Klinik für Strahlentherapie (Ärztliche Leiterin: Prof. Dr. Cordula Petersen) neue Ansatzpunkte für eine zielgerichtete Ausschaltung von Tumorzellen identifizieren. „Langfristig hoffen wir, auf diese Weise für Tumorpatienten höhere Heilungsraten zu erreichen“, erläutert der Strahlenbiologe.

„Die große Unterstützung des BMBF unterstreicht die besondere Bedeutung der onkologischen Forschung am UKE. Mit der Förderung kann nun erstmalig eine Professur für die Experimentelle Radioonkologie, die sich mit den Grundlagen der Strahlentherapie befasst, eingerichtet werden“, sagt Dekan und UKE-Vorstand Prof. Dr. Dr. Uwe Koch-Gromus.

Die Strahlentherapie ist eines der ältesten Verfahren bei der Behandlung von Tumoren und gehört heute zu den innovativsten Methoden der Krebsmedizin. Mit Hilfe neuer Techniken sind radiotherapeutische Behandlungsverfahren entwickelt worden, die zu Zeiten Wilhelm Conrad Röntgens undenkbar waren. „Strahlung kann mit Hilfe der uns heute zur Verfügung stehenden hochentwickelten Technologie zielgenau auf eine Krebsgeschwulst gebündelt werden, so dass nur wenig gesundes Gewebe in Mitleidenschaft gezogen wird und die einst gefürchteten schweren Nebenwirkungen nahezu gänzlich vermieden werden“, sagt Strahlentherapeutin Prof. Petersen. Gleichwohl bestehe dringende Notwendigkeit, die Effektivität der Behandlung weiter zu steigern, um noch mehr Patienten helfen zu können, erläutert die Klinikleiterin.

Nach Angaben der Deutschen Krebshilfe erhalten 50 bis 60 Prozent der Krebspatienten im Laufe ihrer Behandlung eine Bestrahlung; an jeder zweiten vollständigen Heilung ist die Strahlentherapie maßgeblich beteiligt.

Kontakt:
Prof. Dr. Ekkehard Dikomey
Labor für Strahlenbiologie und Experimentelle Radioonkologie
Klinik für Strahlentherapie
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52
20246 Hamburg
Telefon: (040) 7410-53593
E-Mail: dikomey@uke.de

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