Bluthochdruck: Spezialschrittmacher in der Halsschlagader stimuliert Blutdrucksenkung

An Bluthochdruck leiden bundesweit gut 35 Millionen Menschen. Ein Viertel davon ist nur schwer medikamentös zu behandeln. Diese Patienten sind durch Gefäßkomplikationen, vor allem durch einen Schlaganfall, besonders gefährdet. Neben der neuen Barorezeptor-Stimulation steht seit einigen Jahren auch die Nierensympathikus-Denervation zur Verfügung. Diese Verfahren erweitern die Möglichkeiten, mit weniger Tabletten den Bluthochdruck zu normalisieren. Im St. Josef-Hospital gibt es darüber hinaus seit langem eine Spezialambulanz (Leiterin: Dr. Susanne Böhm), die Bluthochdruck-Patienten individuell berät und dort Ursachen des Bluthochdrucks erforscht.

Als eine der ersten Kliniken im Raum Bochum bietet die Kardiologie in der Universitätsklinik St. Josef Hospital eine neue effektive Therapie zur Behandlung des schwer einstellbaren arteriellen Bluthochdrucks an. Für Patienten, die trotz medikamentöser Behandlung weiterhin erhöhte Blutdruckwerte zeigen, gibt es nun eine neue, erfolgreich getestete Technologie, die die körpereigene Regulation steuert.

Kardiologie-Chefarzt Prof. Dr. Andreas Mügge: „Ein Spezialschrittmacher stimuliert durch elektrische Impulse so genannte Barorezeptoren in der Halsschlagader. Diese Rezeptoren sind die Messfühler der körpereigenen Kreislaufregulation. Werden sie stimuliert, werden unmittelbar Signale an das Gehirn gesendet, das daraufhin den Blutdruck sehr zuverlässig zentral senkt.“ Oberärztin Dr. Susanne Böhm erläutert den Ablauf: „Wir implantieren einen Schrittmacher, der über ein Kabel an eine der beiden Halsschlagadern angeschlossen wird. Diesen Eingriff nehmen wir in Vollnarkose zusammen mit unserem Oberarzt-Kollegen Dr. Thomas Hummel aus der benachbarten Klinik für Gefäßchirurgie vor, dessen jahrelange OP-Erfahrung eine notwendige Voraussetzung für den Einsatz dieser Technologie ist“. Das neue System kann über wählbare Zeiträume und Signalstärken an die Bedürfnisse jedes einzelnen Patienten angepasst werden.

Die Bochumer Patientin Martina Schrage litt seit 25Jahren an Bluthochdruck. Zuletzt reichten auch 13Tabletten pro Tag nicht mehr aus, den durchschnittlich bei 180 mmHg liegenden Blutdruck zu kontrollieren. Nach der Wundheilung aktivierten die Kardiologen den Schrittmacher nach neun Tagen. Folge: Der systolische Blutdruck sank bei der 52-jährigen unmittelbar um 15 mmHg ab. Auch im Verlauf zeigten sich weiterhin gebesserte Blutdruckwerte und die Patientin fühlt sich besser. Für die Zukunft kann die Patientin sogar damit rechnen, dass ihre Blutdruck-Medikamente reduziert werden können.

Weitere Informationen:
Katholisches Klinikum Bochum gGmbH
Betriebsstätte St. Josef-Hospital
Gudrunstraße 56
44791 Bochum
www.klinikum-bochum.de

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