Blutdruck: Reaktionen auf Kaffee sind genetisch bedingt

Dass die Wirkung von Kaffee auf den Blutdruck individuell sehr unterschiedlich sein kann, ist möglicherweise genetisch bedingt. „Schwankungen der akuten Blutdruck-Reaktion auf Kaffee können zum Teil mit bestimmten Gen-Varianten (der Alpha2B-Adenorezeptoren) erklärt werden“, sagte Studienleiterin Prof. Dr. Giulia Renda (Chieti, Italien) auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in München. Von 25. bis 29. August kommen Herzspezialisten aus aller Welt zum international größten Kongress in der Herzmedizin zusammen. „Ein höherer Blutdruckanstieg als Ergebnis nutrigenetischer Interaktionen bei genetisch vorbelasteten Menschen kann diese einem höheren Kaffee-bezogenen Herz-Kreislauf-Risiko aussetzen.“

110 gesunde männliche Studienteilnehmer bekamen 40 Milliliter entweder eines koffeinfreien Kaffees plus drei Milligramm Koffein pro Kilogramm Körpergewicht oder die gleiche Menge ohne Koffein. Danach wurden sie Blutdrucktests in sechsminütigen Abständen über zwei Stunden sowie Bluttests unterzogen. Nach 24 Stunden wurde der Test wiederholt: Wer zuvor Koffein bekam, erhielt nun koffeinfreie Produkte und umgekehrt. Im Vergleich zu dem koffeinfreien Präparat war Koffein mit einem signifikanten Anstieg des systolischen und diastolischen Blutdrucks assoziiert. Die Unterschiede betrugen nach zwei Stunden durchschnittlich 4 mmHg beim systolischen und 3 mmHg beim diastolischen Blutdruck. Erhöhter Blutdruck trat bei Studienteilnehmern mit bestimmten Genvarianten signifikant höher auf als bei anderen.

Quelle:
ESC Abstract P 3528: Renda et al, Nutrigenetics of blood pressure responses to coffee drinking

ESC-Medienkontakt für deutschsprachige Medien:
Dr. Birgit Kofler, Roland Bettschart
B&K Bettschart & Kofler Kommunikationsberatung
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