Bloß nicht ärgern lassen

(djd). Kaum ein Gesundheitsthema beschäftigt die Bundesbürger derzeit so sehr wie das Burnout-Syndrom. Während die körperliche Beanspruchung im Arbeitsleben im Durchschnitt weiter zurückgeht, steigen die psychischen Belastungen bei den meisten Arbeitnehmern immer mehr an. Die zunehmende Arbeitsverdichtung, aber auch die dauernde Erreichbarkeit – nach Feierabend und selbst am Wochenende – führen bei vielen Menschen dazu, dass sie sich erschöpft, ausgebrannt und leer fühlen. Eine andere häufige Ursache für ein Burnout-Syndrom ist ein über einen längeren Zeitraum erlebtes Mobbing.

Zielgerichtete Kränkungen

Bei den Betroffenen äußert sich Mobbing vor allem in Ängsten, in einer großen Müdigkeit und Motivationslosigkeit. Man steht am Morgen auf, denkt über den Verlauf des Arbeitstags nach und könnte weinend gleich wieder ins Bett zurückfallen. Detlef Staadt, Diplom-Psychologe aus Offenburg: „Beim Mobbing geschehen Kränkungen des Gegenübers nicht nur zufällig und unbeabsichtigt, sondern werden eventuell sogar zielgerichtet und vorsätzlich herbeigeführt, zumindest aber billigend in Kauf genommen.“ Wer – beispielsweise durch Mobbing – die Motivation am Arbeitsplatz verloren habe, sollte sich am besten an einen Fachmann, etwa einen Diplom-Psychologen oder Psychotherapeuten, wenden, um die Thematik zu besprechen und gemeinsam mit dem Experten einen individuellen Lösungsweg zu erarbeiten. „Dieser Schritt sollte zügig eingeleitet werden, den ansonsten könnte das mögliche Problem chronisch werden“, betont Detlef Staadt.

Eine noch relativ neue Form von Schikane sei, so Staadt, das Cybermobbing. Jeder, der im Internet Informationen von sich preisgebe, mache sich unter Umständen für Attacken, beispielsweise durch Kollegen, angreifbar. Beim anonymen Cybermobbing, bei dem der Urheber nicht feststellbar ist, sollten die Netzwerkbetreiber und Homepageanbieter möglichst schnell über problematische Seiteninhalte informiert und es sollte eine Löschung der Inhalte eingefordert werden. Hinweise und Tipps gibt es etwa auf den Seiten von klicksafe.de. „Auch das Einschalten der Polizei kann unter Umständen sehr sinnvoll und notwendig sein“, sagt Detlef Staadt.

Für den Fall der Fälle privat vorsorgen

Schlimmstenfalls haben psychische Erkrankungen wie etwa ein Burnout zur Folge, dass Arbeitnehmer ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Christoph Andersch von den Ergo Direkt Versicherungen betont, dass es in diesem Fall vom Staat nur eine minimale Unterstützung gebe, die sich oft auf Hartz-IV-Niveau bewege und somit nur eine Grundversorgung darstellen könne. Andersch empfiehlt deshalb, sich frühzeitig privat mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung für den Fall der Fälle zu schützen. Gerade in jungen Jahren sei die gesundheitliche Situation noch gut und damit problemlos versicherbar. Die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente sollte etwa 70 bis 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens betragen.

Scroll to Top