Blick ins Herz – Diagnose und Verlaufskontrolle von Herzerkrankungen

Biologisch abbaubarer Stent, Herz-Bildgebung, Herzerkrankung, Schlaganfall

Für Diagnose und Verlaufskontrolle von Herzerkrankungen stehen am Universitätsklinikum Heidelberg nun zwei Magnetresonanztomographen (MRT) auf dem neuesten Stand der Technik in eigens dazu umgebauten Räumlichkeiten zur Verfügung. Die Dietmar Hopp Stiftung förderte die Einrichtung und Ausstattung des „Kardio-MRT-Zentrums“ in der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie mit 3 Millionen Euro. Es wurden ein 1,5 Tesla(T)-MRT-Gerät mit modernster Software und ausreichend großer Röhrenöffnung sowie ein 3 T-MRT-Gerät mit besonders hoher Auflösung angeschafft. Die neuen Geräte sollen nicht nur die Frühdiagnostik von Herzerkrankungen und die Abklärung von Beschwerden am Herzen verbessern, sondern auch die kardiologische Forschung weiter voran bringen. Vor allem das 3 T-MRT-Gerät gewährt detaillierte Einblicke in das Herz, zeigt bereits geringe Entzündungen, Vernarbungen und Durchblutungsstörungen an. Am 29. Januar 2016 wurde das Kardio-MRT-Zentrum in Beisein des Stifters Dietmar Hopp und des Vorstands des Universitätsklinikums feierlich eröffnet.

„Die rasanten technischen Entwicklungen in der MRT-basierten Herzdiag-nostik sind beeindruckend“, erklärte Dietmar Hopp. „Ich freue mich, dass meine Stiftung dazu beitragen kann, dass Herzpatienten im neuen MRT-Zentrum noch hochwertiger medizinisch versorgt werden können. Beson-ders freue ich mich darüber, dass von der verbesserten MRT-Bildgebung auch junge Patienten profitieren die häufig untersucht werden müssen, und dies nun ganz ohne Strahlenbelastung.“

„Unser Dank gilt Dietmar Hopp und seiner Stiftung für sein überaus großzügiges Engagement für die Herzmedizin am Universitätsklinikum Heidelberg. MRT-Untersuchungen auf dem aktuellsten Stand der Technik sind heute bei Erwachsenen und bei Kindern ein unverzichtbarer Baustein in der Diagnostik und Beurteilung von Herzerkrankungen“, sagte der Leitende Ärztliche Direktor Prof. Dr. Guido Adler.

„Die Kardiologie in Heidelberg nahm 2004 als eine der ersten Kliniken in Deutschland ein eigenes MRT-Gerät für die Herzdiagnostik in Betrieb. Inzwischen wurden mehr als 20.000 Patienten untersucht und weit über 100 Forschungsarbeiten zur Diagnostik und Verlaufskontrolle von Herzerkrankungen durchgeführt“, erklärte Prof. Dr. Hugo A. Katus, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie. „Im Namen unserer Patienten und Mitarbeiter danke ich Dietmar Hopp und seiner Stiftung ganz herzlich, dass wir jetzt wieder MRT-Technik auf dem neuesten Stand und mit erweiterten Kapazitäten anbieten können.“ Bei voller Auslastung mit rund 2.000 Patienten pro Jahr betrug die Wartezeit pro Patient inzwischen bis zu fünf Monate. Zukünftig können rund 3.000 Patienten jährlich untersucht werden. Die MRT des Herzens hat verschiedene Vorteile gegenüber anderen bildgebenden Verfahren wie der Computertomographie (CT) und dem Herzkatheter: Sie kommt ohne Röntgenstrahlung aus, und kann bei genügend hoher Auflösung nicht nur die Anatomie des Herzens, sondern auch Gewebeveränderungen und die Durchblutung des Herzmuskels erfassen. „Auch in der Erforschung der verschiedenen Herzerkrankungen eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten. Diese Ausstattung ist deutschlandweit einmalig“, so Katus.

Daniel Schmieg sitzt der Schock noch tief: Ärzte befürchteten bei ihm im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung einen Herztumor und handelten schnell: Sie schickten ihn per Hubschrauber in das Universitätsklinikum Heidelberg. Dank der präzisen Bildgebung des neuen MRT-Geräts konnten die Heidelberger Mediziner rasch die Ursache herausfinden: Das auffällige Ultraschallbild des 27-Jährigen entstammte einem Blutgerinnsel – die Folge eines stummen Herzinfarkts – welches im Verlauf erfolgreich entfernt werden konnte.

Geräte mit 1,5 bzw. 3 Tesla magnetischer Feldstärke ermöglichen genauere und schonendere Untersuchungen

Das Kardio-MRT-Zentrum liegt im Untergeschoss der Medizinischen Universitätsklinik direkt neben dem Herzkatheterlabor. Der Umbau der ehemaligen Personalumkleide schuf auf rund 110 Quadratmetern Platz für zwei MRT-Untersuchungs- und Funktionsräume sowie einen Raum für Bedienungstechnik, Rechner und Monitore. Zuvor stand das 1,5 T-MRT-Gerät im Bereich des Herzkatheterlabors. Das Gerät verfügt über eine relativ große Öffnung mit einem Durchmesser von ca. 65 Zentimetern, es ist volldigitalisiert und liefert daher Bilder von besserer Qualität. Die Kardiologen beurteilen beispielsweise Ausmaß und Lokalisation von Herzinfarkten, Beeinträchtigungen der Herzfunktion und ob Durchblutungsstörungen des Herzmuskels vorliegen. Bei Erkrankungen der Herzkranzgefäße kann die Analyse der Wandbewegung des Herzens zeigen, ob die medikamentöse Therapie noch ausreicht oder Gefäßstützen (Stents) mittels Herzkatheter implantiert werden müssen. Darüber hinaus bietet das 1,5 T-MRT-Gerät zukünftig die Möglichkeit, insbesondere Kinder mit dem Herzkatheter unter MRT- statt unter Röntgenkontrolle und daher ohne Strahlenbelastung zu untersuchen und zu behandeln.

Dank präziser Diagnostik Therapien besser planen

Mit dem 3 T-MRT-Gerät lassen sich z.B. der Zustand von Blutgefäßen, Ver-narbungen oder Entzündungen beurteilen. Es liefert hochaufgelöste Bilder, welche das Potential bieten, Faserverläufe des Herzmuskels, Veränderungen des Gewebes oder die Beschaffenheit von Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen zu untersuchen. Davon profitieren insbesondere Patienten mit komplexen Herzmuskelerkrankungen, den sogenannten Kardiomyopathien, Kinder und Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern und Patienten, die wegen einer Erkrankung der Herzkranzgefäße regelmäßig untersucht werden müssen. Ihnen bleiben so wiederholte Untersuchungen mit Herzkatheter oder CT erspart. Bei Patienten mit unklarem Brustschmerz zeigt das 3 T-MRT-Gerät, ob eine Entzündung zugrunde liegt. Dank präziser Diagnostik lassen sich chirurgische oder interventionelle Therapien besser planen. Kontrastmittel können nun sparsamer eingesetzt werden und die Untersuchungszeiten verringern sich um rund 15 Minuten auf 45 bis 60 Minuten. Der Durchmesser der Röhre beträgt 70 Zentimeter. „Wir können nun auch stark übergewichtige Patienten an beiden MRT-Geräten untersuchen, bisher war bei rund 110 Kilogramm Körpergewicht Schluss“, sagt Prof. Katus. Die weite Öffnung kommt zudem Patienten mit „Platzangst“ (Klaustrophobie) entgegen.

Über die Dietmar Hopp Stiftung

Die Dietmar Hopp Stiftung wurde 1995 gegründet, um die Umsetzung ge-meinnütziger Projekte zu ermöglichen. Das Stiftungsvermögen besteht überwiegend aus SAP-Aktien, die Dietmar Hopp aus seinem privaten Besitz eingebracht hat. Seit ihrer Gründung hat die Stiftung, die zu den größten Privatstiftungen Europas zählt, rund 500 Millionen Euro ausgeschüttet. Der Schwerpunkt der Förderaktivitäten liegt in der Metropolregion Rhein-Neckar, mit der sich der Stifter besonders verbunden fühlt. Auf Antrag fördert die Stiftung Projekte gemeinnütziger Organisationen in den Bereichen Jugendsport, Medizin, Soziales und Bildung in der Metropolregion Rhein-Neckar. Die Förderrichtlinien können auf der Website eingesehen und entsprechende Anträge an die Geschäftsstelle in St. Leon-Rot gerichtet werden. Darüber hinaus setzt die Dietmar Hopp Stiftung ihre satzungsgemäßen Zwecke durch eigene Förderaktionen um. Die neueste Aktion will unter dem Titel „alla hopp!“ alle Generationen für mehr Bewegung begeistern. Daher spendet die Stiftung Bewegungs- und Begegnungsanlagen an 19 Kommunen der Region im Gesamtwert von 42 Millionen Euro. Die Dietmar Hopp Stiftung ist Mitglied im Bundesverband Deutscher Stiftungen, im Verein Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar und in der Sportregion Rhein-Neckar e.V.

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Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter:
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