Rheuma – Infusionen mit Biologika helfen bei Rheuma

Rheuma – In den letzten 10 Jahren hat sich für Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen fast Revolutionäres getan. Die Utopie einer Heilung wird zunehmend für viele Betroffene eine echte Perspektive! Mit Hilfe von gentechnologisch hergestellten Medikamenten gelingt es in vielen Fällen, die Selbstzerstörung des Körpers zu stoppen. Diese neuen Medikamente, auch Biologika oder Biologicals genannt, helfen den Ablauf der entzündlichen Aggression zu stoppen. Sie bestehen oft aus Eiweißmolekülen und müssen dem Körper unter Umgehung des Magen-Darm-Traktes zugeführt werden, da die Verdauungssäfte die Medikamente zerstören, d. h. die Medikamente werden als Spritze unter die Haut oder als Infusion verabreicht.

Für die entzündlich-rheumatischen Erkrankungen gilt, dass die medikamentöse Behandlung neben einer möglichst kurzzeitigen Cortisontherapie in der Regel eine fundierte Basistherapie beinhaltet. &bdquoDiese Medikamente werden eingesetzt, um das fehlgeleitete Immunsystem, das für das Attackieren des eigenen Gewebes verantwortlich ist, wieder in die Schranken zu weisen“, erklärt Dr. Ulrich Prothmann, Chefarzt der Klinik für Rheumatologie. Die Erfolge der herkömmlichen Basistherapien sind begrenzt. Die neuen Biologika erreichen in vielen Fällen eine weitere Reduktion der Krankheitsaktivität. Damit besteht für über 1.000.000 Rheuma-Patienten neue Hoffnung.

Rheumapatient gewinnt mit Biologikum Lebensqualität zurück
Bei Herrn M., gerade 32 Jahre jung, brachte die neue Therapie eine hervorragende Besserung des Krankheitsverlaufes. Der Patient stellte sich erstmals vor 5 Jahren mit einer entzündlichen Wirbelsäulenerkrankung vor, dem so genannten Morbus Bechterew. Mit Hilfe einer Kernspinuntersuchung und normalen Röntgenbildern ließen sich Entzündungsvorgänge im Bereich der gesamten Wirbelsäule und einzelner großer Gelenke darstellen. “Diese Entzündungen verursachten riesige Schmerzen, die oft so stark waren, dass sie mir in der Nacht den Schlaf raubten“, berichtet Herr M. Am Morgen bestand bei ihm eine ausgeprägte entzündlich-schmerzhafte Morgensteifigkeit des gesamten Bewegungsapparates, so dass er sich bereits Stunden vor Beginn seiner Arbeit mühevoll anziehen musste. Alle herkömmlichen Therapien brachten keinen Erfolg. ”Unzulässiger Weise waren sehr hohe Dosierungen von Schmerzmitteln erforderlich, die bereits Nieren- und Leberwerte ansteigen ließen“, berichtet Dr. Prothmann.

Infusionstherapie mit Biologikum vermeidet Frühberentung
Die Schritte zu einer Frühberentung waren bereits eingeleitet, denn die Entzündungswerte im Blut, unter anderem der Wert CRP, waren teilweise 30-fach erhöht. In dieser Phase setzte Dr. Ulrich Prothmann ein Biologikum als Infusionstherapie ein. Der Erfolg war außerordentlich überraschend. Bereits 2 Tage nach der ersten Infusion stellte sich Herr M. freudestrahlend vor und sprach von einem Wunder: “Erstmals seit 15 Jahren habe ich wieder durchschlafen können. Die schmerzhafte Morgensteifigkeit ist fast komplett verschwunden und ich kann meine Wirbelsäule wieder schmerzfrei bewegen.“ Die Schwellungen an den Gelenken hatten sich deutlich zurück gebildet und interessanterweise war der Entzündungswert CRP fast auf einen Normalwert gefallen. Herr M. stürzte sich während der Therapie mit Eifer wieder in sein Berufsleben. Das positive Ansprechen auf die Infusionen mit dem Biologikum hielt unvermindert an. Durch den gelungenen Verlauf konnten wir die Intervalle zwischen den einzelnen Infusionen strecken“, so Dr. Prothmann. Während der Therapie baute Herr M. ein gekauftes Haus um und ein Gartenhaus neu auf. “Endlich habe ich seit vielen Jahren des Leidens mit Hilfe der neuen Therapie wieder einen Großteil meiner Lebensqualität zurückerlangt, so dass ich jetzt wenigstens wieder Spaß am Leben haben kann“, freut sich Herr M. Während bei herkömmlichen Medikamenten auf das Einsetzen der Wirkung zum Teil Monate gewartet wird, ist der Effekt bei den neuen Medikamenten teilweise schon nach Stunden gegeben.

“Dieses ermutigende Beispiel kann sicherlich nicht auf alle Patienten übertragen werden. Dafür sind die Krankheitssituationen zu individuell und nicht jeder Patient verträgt die neuen Medikamente. Allerdings zeigt der Fall, welches bisher unbekannte Potential durch die neuen Therapien gegeben ist“, erklärt Dr. Prothmann. Die Verträglichkeit der neuen Biologika ist gut, die Kosten jedoch noch relativ hoch. Eine Behandlung kostet pro Patient zwischen 6.000 und 20.000 Euro pro Jahr. Da durch die neuen Medikamente die Patienten im Beruf bleiben können und nicht krankheitsbedingt ausscheiden, werden die Sozialkassen nicht belastet.

“Leider wirken die Medikamente nicht bei allen gleich gut. Die Vielzahl der entzündlich-rheumatischen Krankheitsformen und die Auswahl eines geeigneten Medikaments werfen bei einigen Patienten immer wieder neue Fragen auf. Unsere umfassenden Erfahrungswerte sowie die Entwicklung aus Forschungen und Wissenschaft helfen uns, die Therapien immer individueller und besser zugeschnitten auf den einzelnen Patienten abzustimmen“, berichtet Dr. Prothmann. (Markus Schramm 07/2010)

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