Biobanken machen sich fit für die Forschung der Zukunft

„Biobanken müssen sich den Herausforderungen der personalisierten Medizin stellen und mit ihrer Arbeit neue Technologien und innovative Verfahren für die Forschung und Versorgung unterstützen“, eröffnete Prof. Dr. Michael Hummel, Koordinator des German Biobank Node (GBN), die Veranstaltung. Neue Verfahren wie das Single-Cell-Sequencing oder organoide Modellmechanismen, wie sie in der onkologischen oder kardiologischen Spitzenforschung erprobt werden, stellen hohe Anforderungen an Biobanken in Bezug auf Qualitätsstandards, personelles Know-How oder die Datendokumentation. Unter dem Dach von TMF und GBN erarbeiten deutsche Biobanken gemeinsam Standards und Lösungen, um diesen Anforderungen zu begegnen.

Digitalisierung der Biobanken schreitet voran

Die Digitalisierung des Biobankings ist dafür ein wichtiger Meilenstein: erst durch die IT-Vernetzung zwischen Biobanken wird eine übergreifende Suche nach Proben und den zugehörigen Daten möglich, was die biomedizinische Forschung stark beschleunigen wird. Eine erste Version des im Rahmen von GBN entwickelten Werkzeugs zur föderierten Suche steht bereits zur Verfügung.

Erste ISO-Norm für Biobanking erschienen

Im Bereich des Qualitätsmanagements hat die im August 2018 veröffentlichte ISO-Norm 20387 neue Maßstäbe gesetzt – es handelt sich um die erste ISO-Norm speziell für Biobanking. Die Norm wird auch auf internationaler Ebene für mehr Vergleichbarkeit im Qualitätsmanagement sorgen, sind sich die Experten einig.

Verknüpfung von Proben und Daten aus der Patientenversorgung

Große Perspektive bietet die Verknüpfung von Proben mit Daten aus der Patientenversorgung. In der Medizininformatik-Initiative (MII), die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 150 Millionen Euro gefördert wird, haben sich alle Universitätsklinika Deutschlands zusammengeschlossen, um insbesondere die Daten aus der ärztlichen Dokumentation in der Versorgung aufzubereiten, zu harmonisieren und für die Forschung verfügbar zu machen. Hierfür ist eine enge Zusammenarbeit zwischen MII und GBN geplant, die die Voraussetzungen für eine Verknüpfung mit Proben und Daten schafft. „Mit der fortschreitenden Digitalisierung werden Bioproben und Daten endlich gemeinsam nutzbar. Dieses Ziel verfolgen wir konsequent im Rahmen der Medizininformatik-Initiative”, erklärt Sebastian Claudius Semler, Geschäftsführer der TMF, anlässlich des Symposiums. „Die Standardisierung der Datenstrukturen und Analyseverfahren in der Medizininformatik-Initiative trägt maßgeblich zur Qualitätssicherung der Behandlung der Patienten im Rahmen der personalisierten Medizin bei.“

Kontakt:

Wiebke Lesch, Tel.: +49 30 2200 24731, Mobil: +49 177 2663257,
E-Mail: presse@tmf-ev.de, Twitter: @tmf_eV

Über die TMF e.V.

Die TMF – Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung e. V. ist eine Non-Profit-Dachorganisation der nicht-kommerziellen medizinischen Forschung in Deutschland. Sie erarbeitet Konzepte und Lösungen für die projekt- und standortübergreifende Zusammenarbeit in organisatorischen, rechtlich-ethischen und technologischen Fragen und fördert die Verknüpfung und Translation zwischen Forschung und Versorgung.

Über den German Biobank Node (GBN)

Der German Biobank Node ist die Dachorganisation akademischer Biobanken in Deutschland. Unter der Leitung von GBN arbeiten elf Biobank-Standorte und zwei IT-Entwicklungszentren zusammen, um Biomaterialien national und international für die biomedizinische Forschung verfügbar zu machen. GBN vertritt darüber hinaus die Interessen der deutschen Biobanken in der europäischen Infrastruktur BBMRI-ERIC.

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