Bildungscluster Greifswald zielt auf interprofessionelle Zusammenarbeit von Pflege und Medizin

Das Greifswalder Bildungscluster gehörte mit seiner Idee zum gemeinsamen Lernen zwischen Medizin und Pflege zu den elf Finalisten von über achtzig eingereichten Projektanträgen.

Gemeinsames Lernen von Pflege und Medizin wird in Greifswald und Neubrandenburg ab Oktober 2013 Realität. In dem zweijährigen Projekt sollen gemeinsame Lehrveranstaltungen zwischen Pflege und Medizin entwickelt, erprobt und am Ende ausgewertet werden. Ab Oktober 2013 werden Medizinstudierende der Universitätsmedizin Greifswald und Pflegestudierende der Hochschule Neubrandenburg modellhaft gemeinsam vier Ausbildungssequenzen durchlaufen. Ihnen wird in dieser Zeit nicht nur Theorie vermittelt. Sie werden gemeinsam Fähigkeiten und Fertigkeiten erwerben und das gemeinsame Arbeiten in der Praxis beispielhaft kennenlernen. Dabei bekommen die Studierenden einen Einblick in den künftigen Berufsalltag sowohl von Medizinern als auch von Pflegefachpersonen. Sie lernen, wie interprofessionelle Zusammenarbeit funktionieren sollte.
Die daraus resultierenden neuen Anforderungsprofile und Stellenbeschreibungen sollen später am Arbeitsmarkt etabliert werden.

Hintergrund für das Projekt ist der sich abzeichnende Fachkräftemangel insbesondere in der Pflege im Kontext des demographischen Wandels und dessen Folgen für die Versorgung der Bevölkerung.
Der Bildungscluster wird von einem Projektkonsortium umgesetzt. Das Kernkonsortium ist primär für die Entwicklung, Erprobung und Evaluation zuständig und setzt sich wie folgt zusammen: Pflegevorstand und Lehrdekanat der Universitätsmedizin Greifswald, das Institut für Community Medicine, Abteilung Versorgungsepidemiologie und Community Health, der Fachbereich Gesundheit, Pflege, Management der Hochschule Neubrandenburg, der Landkreis Vorpommern-Greifswald und das Diakonische Werk M-V e.V..

„Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung im Landkreis Vorpommern-Greifswald kann man die Bedeutung des Projekts für die Zukunft der Region gar nicht hoch genug einschätzen. An diesem Beispiel zeigt sich deutlich, dass die langjährige aktive Zusammenarbeit des Landkreises mit der Universität Greifswald und der Hochschule Neubrandenburg Früchte trägt“, sagte Landrätin Dr. Barbara Syrbe.

Die arbeitsmarktnahen Akteure des Bildungsclusters sind vorrangig für die Gestaltung und Implementation der neuen Anforderungsprofile zuständig. Zu ihnen gehören das Kreiskrankenhaus Wolgast, der Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK), die LIGA der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege in M-V e.V., die Krankenhausgesellschaft M-V e.V., die IHK zu Neubrandenburg, das Kuratorium Gesundheitswirtschaft M-V und die Wirtschafts-fördergesellschaft Vorpommern mbH. Politisch wird das Konsortium durch die Stadt Greifswald, die Stadt Neubrandenburg und das Ministerium für Soziales, Arbeit und Gleichstellung M-V unterstützt.

Mecklenburg-Vorpommern setzt damit die Empfehlungen des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen sowie des deutschen Wissenschaftsrates zur Aufgabenneuverteilung im Gesundheitswesen und der verstärkten interprofessionellen Zusammenarbeit um und nimmt damit eine Vorreiterrolle in Deutschland ein.

Am 17. September fand in Berlin die Endauswahl zur Ausschreibung des Stifterverbandes für die Deutsche Wis-senschaft statt. In diesem Rahmen haben Dirk Scheer, Leiter des Dezernats 2: Soziales, Jugend, Gesundheit, Sicherheit und Ordnung des Landkreises Vorpommern-Greifswald, und Mitglieder des Projektkonsortiums die Projektidee gemeinsam vorgestellt. Zu den Mitreisenden zählten weiter der Kanzler der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald Dr. Wolfgang Flieger, der Oberbürgermeister der Stadt Greifswald Dr. Arthur König, der Dekan des Fachbereiches Gesundheit, Pflege, Management der Hochschule Neubrandenburg Prof. Roman F. Oppermann, die Pflegedienstleiterin des Kreiskrankenhauses Wolgast Elfi Thomas, der Geschäftsführende Direktor des Instituts für Community Medicine Prof. Hoffmann und die Bereichskoordinatorin Zukünftige Aufgabenteilung im Gesundheitswesen/Qualifikation des Instituts für Community Medicine Dr. Adina Dreier.

Ansprechpartner an der Universität Greifswald
Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann, MPH
Dr. Adina Dreier, M.Sc.
(Projektleitung)
Institut für Community Medicine, Abt. Versorgungepidemiologie und Community Health
Ellernholzstr. 1-2
17487 Greifswald
Telefon 03834 86-7750
Fax 03834 86-7752
adina.dreier@uni-greifswald.de

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