Bildung als Rüstzeug wider die Fährnisse des Lebens

Blickt der religiöse Mensch seinem Alter und dem Ende des Lebens gelassener entgegen? Verleiht religiöse Bildung vielleicht eine andere, eine „gesündere“ Einstellung gegenüber den Fährnissen des Lebens?

Auf Fragen wie diese soll auf dem Symposium „Religiöse Bildung als Ressource“ an der Universität Jena nach Antworten gesucht werden. Untertitelt ist die Tagung mit „Zwischen dem Anspruch auf ein selbstbestimmtes Alter und der Einsicht auf die Unverfügbarkeit des Lebens“. Ausrichter sind Prof. Dr. Michael Wermke, der den Lehrstuhl für Religionspädagogik innehat, Prof. Dr. Holger Gabriel vom Lehrstuhl für Sportmedizin und Gesundheitsförderung sowie Prof. Dr. Hans-Martin Rieger, der Systematische Theologie an der Universität Jena lehrt. Die Veranstaltung gehört zur Reihe „Symposien zur Religiösen Bildung“ des Zentrums für Religionspädagogische Bildungsforschung.

„Wir betrachten religiöse Bildung nicht als eine Art Medikament, das zu einem gelungenen Leben beitragen kann“, sagt Michael Wermke. Vielmehr gelte es, im interdisziplinären Diskurs auszuloten, welches Potenzial religiöse Bildung als gesundheitliche Ressource haben kann. Dabei sei religiöse Bildung nicht in eins zu setzen mit Religiosität, sagt die Religionspädagogin Miriam Beier, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Religionspädagogik.

Bildung allgemein – das zeigten Studien – wirke sich darauf aus, ob sich ein Mensch als gesund begreift und wie er mit Krankheit umgeht. Es sei durchaus Neuland, das mit diesen Fragen betreten werde, betont Prof. Gabriel. In den Senatssaal der Universität Jena eingeladen sind Theologen, Mediziner, Psychologen und Sportmediziner, die jeweils aus Sicht ihres Faches referieren werden.

Am Donnerstag (9. April) gibt es zudem einen öffentlichen Abendvortrag im Senatssaal im Hauptgebäude der Universität (Fürstengraben 1). Prof. em. Dr. Daniel Hell, Psychiater und Psychotherapeut aus der Schweiz, spricht ab 19.30 Uhr über „Religiöse Bildung als Ressource? – Die Herausforderung der Depression.“ Hell sieht Depression als Stresserkrankung, bei der Belastungen sowohl als Auslöser auftreten als auch die weitere Entwicklung der Krankheit beeinflussen. Dabei seien die auslösenden und die späteren Belastungen, die eine Depression vertiefen oder verlängern, oft unterschiedlich. Als besonders wichtig erachtet Daniel Hell die Einstellung zum depressiven Geschehen und den Umgang mit dem Handicap. Hier habe die kulturelle und persönliche Werthaltung – und mithin auch die religiöse Bildung – eine große Bedeutung, was durch aktuelle Studien belegt werde. Der Abendvortrag ist öffentlich. Gäste sind herzlich willkommen, der Eintritt ist frei.

Wer am Symposium teilnehmen möchte, wird um Anmeldung gebeten unter Telefon 03641/941173 oder per E-Mail miriam.beieruni-jena.de.

Das Programm des Symposiums im Internet: www.zrb.uni-jena.de/zrbmedia/Flyer_Altertagung_Printversion-p-170.pdf

Kontakt:
Prof. Dr. Michael Wermke
Theologische Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Fürstengraben 6, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 941171
E-Mail: Michael.Wermketuni-jena.de

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