Bielefeld / Düsseldorf: Informationssystem zu Rückenmarksverletzungen gestartet

Das Informationssystem soll als eine Entscheidungshilfe für die Auswahl und Durchführung klinischer Studien dienen und zu einer schnelleren Umsetzung experimenteller vorklinischer Befunde in der klinischen Anwendung dienen. Die Datenbank bietet auch eine perfekte Grundlage für sog. Meta-Analysen vorhandener Studien, die den Forschern schnell erlaubt, den Stand der Forschung zu bestimmten Fragestellung zu erheben und zu bewerten.

Gegenwärtig stehen trotz immenser Forschungsleistungen keinerlei erfolgreiche Therapien für Querschnittverletzte zur Verfügung. Dies ist auch der unüberschaubaren Menge Wissens über Ergebnisse entsprechender Studien geschuldet, die sich in enormen Beständen einschlägiger wissenschaftlicher Literatur verbirgt. Die Suche nach dem Begriff „spinal cord injury/repair“ (Rückenmarksverletzung bzw -regeneration) ergibt z.B. mehr als 50.000 Publikationen auf der medizinischen Publikationsplattform PubMed.

Bei erfolgreicher Bewertung des Projektverlaufs ist eine zweijährige Verlängerung der Förderung möglich. Die Düsseldorfer Projektpartner der Heinrich-Heine-Universität erhalten 700.000 Euro, die Kooperationspartner in der Semantic Computergroup am Exzellenzcluster CITEC der Uni Bielefeld werden mit rd. 400.000 Euro in diesem gemeinsamen Vorhaben gefördert.

Das Informationssystem, das in diesem Projekt entwickelt wird, soll Neurowissenschaftlern einerseits einen Erkenntnisgewinn hinsichtlich der zentralen Parameter ermöglichen, die die Erfolgsaussichten einer experimentellen Therapieform beeinflussen. Sie werden darüber hinaus mit der geplanten Wissensbank in die Lage versetzt, auf der Grundlage vollständiger Information die vielversprechendsten therapeutischen Konzepte für klinische Studien auswählen zu können. Die Projektpartner in Düsseldorf und Bielefeld sind der Überzeugung, dass die Datenbank als Entscheidungshilfe die Umsetzung wissenschaftlicher Forschungsergebnisse in die klinische Anwendung auf dem Gebiet der Querschnittlähmung beschleunigen wird.

Kontakt:
Univ.-Prof. Dr. Hans Werner Müller
Molecular Neurobiology Laboratory
Department of Neurology
Phone: +49-(0)211-811 8410
E-Mail: HansWerner.Mueller@uni-duesseldorf.de

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